Stand: 21.12.2017 06:20 Uhr

Premiere für Mother Africa auf Kampnagel

von Peter Helling
Die Show trägt den Titel "New Stories from Khayelitsha". Khayelitsha ist eines der größten Townships Südafrikas bei Kapstadt. Etwa zwei Millionen Menschen wohnen dort auf engstem Raum.

Khayelitsha - so heißt ein Township in Südafrika. Das ist die Kulisse einer Show, die inzwischen weltweit für Furore sorgt: "Mother Africa - New Stories from Khayelitsha". Begonnen hat alles vor drei Jahren mit dem ersten Teil, jetzt ist die neue Show da: Am 20. Dezember war der Tournee-Start im Kulturzentrum Kampnagel in Hamburg. Anschließend wird sie auf weltweite Tournee gehen.

Was man hier sieht, raubt einem den Atem: Akrobatik in Perfektion. Hier lässt ein junger Kerl sein Fahrrad zu einem Schwebebalken werden - in unfassbarer Geschwindigkeit. Hier bringt ein Basketballspieler seinen Ball in einen irrwitzigen Spin - lässt ihn so schnell auf seiner Fingerspitze drehen, bis er schwerelos zu werden scheint. Dann kommen junge Frauen in Fußballtrikots auf die Bühne und steppen, als würde ein Regen auf die Erde prasseln - während sie ihr strahlendes Lachen ins Publikum schleudern.

Weit mehr als Zirkus

Und immer wieder die Aufforderung zum Mitklatschen, zum Applaus: Als bräuchten sie ihn regelrecht, wie die Luft zum Atmen. Mother Africa ist eine Gruppe hochtalentierter Akrobaten! Aber ist das noch Zirkus? Nein, das ist mehr: Khayelitsha heißt der Ort, wo die Show spielt. Und er ist nicht erfunden. Ein Township bei Kapstadt, ungefähr so groß wie Hamburg. Blechhütte reiht sich an Blechhütte. Immer wieder tauchen Bilder auf der Rückseite der Bühne auf, hinter Blechtonnen und Bretterverschlägen.

Die Akrobaten liefern keine Nummern ab, sondern sie spielen Rollen - sie tauchen ein in den Alltag der Townships. Die Begeisterung steckt an: "Wunderbar! Man hat immer gedacht, es kann sich nicht mehr steigern, aber es hat sich gesteigert", sagt eine Besucherin.

Aus dem Alltag in den Townships

Da ist der Bier trinkende, schlaksige Friseur, der in einer Arbeitspause auf eine riesige Kugel steigt und betrunken darauf herum trippelt, als wäre es einfach eine Unebenheit auf der Straße. Und da sind sie: zwei junge Männer, die ihre Körper fast mühelos anfangen zu balancieren. Bis der eine von beiden seinen Arm auf den Kopf des Untermanns stemmt und kopfüber seine Beine gen Himmel reckt. Er scheint zu fliegen. Unfassbar.

Bild vergrößern
Ein Akrobat des Ensembles Mother Africa. Alle Künstler der Show stammen aus Afrika.

Hier wird nicht einfach ein Afrika-Klischee bedient und wenn, dann mit Augenzwinkern. Alle Künstler hier kommen selbst aus Afrika. Die Choreografin Noluyanda Mqulwana stammt sogar aus Khayelitsha. Die Figuren haben ihre eigene Geschichte, ihre eigene Würde. Einmal kommen die Künstler mit Kerzen nach vorne, während eine Rede von Nelson Mandela erklingt: "Let there be peace for all!"

Khayelisha ist ein Ort menschlicher Begegnung - und vor allem: eine Arena akrobatischer Spitzenleistung, aus reiner Lebenslust. Alle hier versprühen eine pulsierende Energie, die einfach ansteckt.

Bis zum 30. Dezember ist die neue Show "New Stories from Khayelitsha" von Mother Africa noch in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg zu sehen, täglich um 19.30 Uhr - außer an Weihnachten. An einzelnen Tagen auch um 16 Uhr. Es gibt noch Karten.

Premiere für Mother Africa auf Kampnagel

"New Stories from Khayelitsha" heißt die neue Show des Ensembles Mother Africa. Die Artisten liefern akrobatische Höchstleistungen und tauchen in den Alltag der Townships ein.

Datum:
Ende:
Ort:
Kampnagel
Jarrestraße 20
22303   Hamburg
Preis:
Tickets ab 47,90 Euro
Kartenverkauf:
Kartentelefon: 040 / 270 949-49
tickets[at]kampnagel.de
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 21.12.2017 | 06:20 Uhr

Mehr Kultur

05:01
NDR Info

Van Morrison - Got To Go Where The Love Is

13.12.2018 23:05 Uhr
NDR Info
03:12
Nordmagazin

Luxushotel in Karlshagen auf Usedom geplant

13.12.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
08:04
NDR Kultur

Neuer Umgang mit Kolonialgeschichte gefordert

13.12.2018 19:00 Uhr
NDR Kultur