Stand: 21.03.2019 17:55 Uhr

Leipziger Buchpreis geht an Anke Stelling

Der Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse geht an die Schriftstellerin Anke Stelling. Sie erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Roman "Schäfchen im Trockenen", wie die Jury am Donnerstag mitteilte. Der in Kiel lebende Schriftsteller Feridun Zaimoglu ging leer aus.

Die Buchpreisträgerin und die Nominierten

Stelling erzählt in ihrem Roman "Schäfchen im Trockenen" von der Mittvierzigerin Resi, die mit ihrer Freundesclique nicht mithalten kann und sich angesichts einer Wohnungskündigung mit der harten und enttäuschenden Wirklichkeit konfrontiert sieht. "In Anke Stellings Roman einer Aufsteigerin werden die starken Affekte - Wut, Zorn, Stolz - literarisch produktiv. Im Rückblick auf verlorene Illusionen entsteht eine verstörend uneindeutige, scharf belichtete Momentaufnahme der Gegenwart", hieß es von der Jury. Anke Stelling wurde 1971 in Ulm geboren und lebt heute in Berlin. Sie hat ein Kinderbuch sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst. Ihr Roman "Bodentiefe Fenster" (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Fünf Romane waren nominiert

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Insgesamt waren fünf Romane für den Leipziger Buchpreis nominiert. Mit seinem Roman "Die Geschichte der Frau" über die Weltgeschichte aus der Sicht von zehn Frauen war der in Kiel lebende Feridun Zaimoglu ins Rennen um den Preis der Leipziger Buchmesse gegangen. Mit Jaroslaw Rudiš schaffte es auch ein Autor aus dem Messe-Gastland Tschechien auf die Nominierten-Liste. Der Tscheche lebt in Berlin und schrieb "Winterbergs letzte Reise" auf Deutsch. Matthias Nawrat überzeugte mit seinem Roman "Der traurige Gast" wegen seines Blicks auf die "versehrte Mentalität der Gegenwart". Zudem hatte die Jury um den neuen Vorsitzenden und Literaturkritiker Jens Bisky auch das Roman-Debüt "Babel" von Kenah Cusanit nominiert.

Harald Jähner und Eva Ruth Wemme Preisträger in anderen Kategorien

Weitere Preisträger sind Harald Jähner für das Werk "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955" in der Sparte Sachbuch/Essayistik sowie Eva Ruth Wemme für die Übertragung des Werks "Verlorener Morgen" von Gabriela Adamesteanu aus dem Rumänischen in der Sparte Übersetzung.

Lesungen von Anke Stelling im Norden

Anke Stelling liest am 25. März im Literaturhaus Greifswald und am 26. März im Literaturhaus Rostock zusammen mit Helene Hegemann aus "sagte sie".

Am 26. April liest sie auf der Messe unabhängiger Verlage in Lübeck aus "Schäfchen im Trockenen" und am 23. Mai im Literaturhaus Hamburg. Weitere Termine finden Sie auf Anke Stellings Homepage.

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NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 21.03.2019 | 17:20 Uhr

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