Schülerinnen und Schüler sitzen mit Masken und Abstand an Einzeltischen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck

Bundeselternrat: "Schulen auf, Schulen zu - fatales Signal"

Stand: 23.03.2021 11:30 Uhr

Nach den aktuellen Corona-Beschlüssen fordert Stefan Teltzrow vom Bundeselternrat im Interview mit NDR Kultur eine langfristige Gesamtstrategie für Schulen.

von Katja Weise

Blitz-Lockdown zu Ostern, keine Kurzreisen - lange und hart haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten in der vergangenen Nacht gerungen. Vor dem Treffen war viel von einer möglichen Strategie für Schulen und Kitas die Rede, doch danach hieß es nur knapp: Man habe dazu keine konkreten Vereinbarungen getroffen, Bildung sei Ländersache.

Stefan Teltzrow fordert langfristige Gesamtstrategie für die Schulen

Gar nicht zufrieden mit diesem "Nicht-Ergebnis" ist der Bundeselternrat. Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Teltzrow sagte im Gespräch mit NDR Kultur, es müsse endlich eine langfristige Gesamtstrategie für die Schulen entwickelt, Schule insgesamt "neu gedacht" werden. Er bedaure, dass auch "in dieser Runde keine neuen Entscheidungen getroffen wurden, was die Bildung angeht" und jetzt wieder jedes Bundesland für sich diese Aufgabe wahrnehmen werde. Zu testen sei grundsätzlich eine gute Strategie, zwei Tests pro Woche seien allerdings zu wenig. Auch laufe Verteilung und Organisation regional sehr unterschiedlich.

Trotz turbulentem Corona-Jahr: Bundeselternrat für Abschlussprüfungen

Ausdrücklich sprach sich Teltzrow dafür aus, die Abschlussprüfungen in diesem Jahr an den Schulen stattfinden zu lassen und das Schuljahr zu werten, auch wenn nicht so viel Lernstoff vermittelt werden konnte, wie üblich. Die Prüfungen sollten entsprechend angepasst werden, nicht leichter werden, dafür kürzer. "Es geht in solchen Prüfungen auch um Arbeitsstrategien, wie kommt der Schüler mit Extremsituationen klar, und eins haben die Schülerinnen und Schüler im letzten Jahr hervorragend lernen müssen: mit Extremsituationen umzugehen."

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Digitalunterricht interaktiv gestalten

Auch von einer Schließung der Schulen ab einem bestimmen Inzidenzwert hält Teltzrow nicht viel: "Schulen auf, Schulen zu, das ist ein fatales Signal." Auch hier gehe es um eine klare Perspektive und dazu gehöre, den Digitalunterricht, der begleitend angeboten werde, wirklich interaktiv zu gestalten. Es gebe nach wie vor viel zu wenig Videokonferenzen. Schülerinnen und Schüler müsse aber Mut gemacht werden. Dabei sei es wichtig, sich gegenseitig sehen und hören zu können: "Wenn wir jetzt so lange in der Pandemie sind, dann glaube ich, hilft hier in allererster Linie Mut machen, dass wir gemeinsam da auch noch durchkommen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 23.03.2021 | 08:15 Uhr