VIDEO: Prof. Christian Kähler erklärt den Nutzen von Masken (13 Min)

Stoff-, OP- und FFP-Masken: Wie gut schützen sie vor Corona?

Stand: 29.10.2020 16:09 Uhr

An vielen Orten gilt Maskenpflicht. FFP2-, FFP3-, OP- und Alltagsmasken: Was ist der Unterschied? Welche Masken sind waschbar, welche sollten nur einmal verwendet werden? Tipps zum richtigen Gebrauch.

In allen Bundesländern gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Auch in Zügen der Deutschen Bahn und den Maschinen vieler Fluggesellschaften ist das Tragen Pflicht. Hinzu kommen individuelle Regelungen in einzelnen Kommunen, Unternehmen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Vorgeschrieben ist mindestens ein einfacher Mund-Nasen-Schutz. Doch es gibt viele verschiedene Maskentypen. Unterscheiden lassen sich zwei große Gruppen: einfache Mund-Nasen-Bedeckungen und Atemschutzmasken.

Mund-Nasen-Bedeckung bremst Corona-Ausbreitung

Einfache Stoffmasken, die unter Begriffen wie Alltags-, Community-, DIY- oder Behelfs-Masken genutzt werden, bieten je nach Ausführung nur einen geringen Schutz. Fest gewebte Stoffe sind besser geeignet als leicht gewebte. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist darauf hin, dass sich Träger solcher Masken nicht darauf verlassen können, "dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen". Dennoch erklärt die Behörde, dass Stoffmasken einen Beitrag leisten können, um die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Sie reduzierten "die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs z.B. beim Husten". Außerdem verhindert sie, dass sich der Träger unbewusst mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fasst.

Medizinische Gesichtsmasken haben geprüfte Filterleistung

Eine Schutzmaske liegt auf blauem Hintergrund. © colourbox
OP-Masken dürfen im Hausmüll entsorgt werden.

Eine Mund-Nasen-Schutzmaske haben bereits in der Zeit vor dem Coronavirus viele Ärzte und Zahnärzte verwendet. Sie wird auch als Operations-, OP- oder medizinische Gesichtsmaske bezeichnet. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske. Sie schützt Patienten und andere Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgibt. Sie verringert die Geschwindigkeit und Distanz, mit der sich auch kleinste Flüssigkeitsteilchen, sogenannte Aerosole, nach vorn ausbreiten. Den Träger selbst schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung nur vor größeren Tröpfchen.

Atemschutzmasken: Was bedeuten FFP1, FFP2 und FFP3?

Ein Mann mit einer Atemschutzmaske der Kategorie FFP3. © dpa Foto: Christoph Schmidt
FFP-Masken gibt sie in drei Schutzklassen sowie mit und ohne Auslassventil.

Atemschutzmasken, die auch partikelfiltrierende Halbmasken oder Feinstaubmasken genannt werden, haben eine deutlich weitreichendere Wirkung. Sie schützen den Träger vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft, wenn die Ränder dicht am Gesicht anliegen. Eine europaweite Norm (EN 149) regelt die Qualität dieser Masken. Drei Schutzklassen definieren das Rückhaltevermögen: FFP1, FFP2 und FFP3. Dabei steht FFP für "Filtering Face Piece". Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3. Zur CE-Kennzeichnung einer Maske gehört auch eine vierstellige Zahl für eine der 41 zugelassenen Prüfstellen. Stammen die Atemschutzmasken aus Übersee, tragen sie meist andere Bezeichnungen wie KN95 (China) oder N95 (USA). Stichproben ergaben, dass viele Masken ohne oder mit gefälschten Zertifikaten im Handel sind, auch in Apotheken. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten keinen Schutz für das Umfeld des Trägers.

Was bringen Visiere oder Face Shields?

Visiere aus Kunststoff, sogenannte Face Shields, sind in den meisten Bundesländern, darunter in Hamburg und Niedersachsen, nicht als Ersatz für eine Mund-Nasen-Bedeckung zugelassen. Sie halten deutlich weniger Flüssigkeitspartikel zurück als Masken. Aerosole können ungehindert an den Rändern der Visiere vorbeiströmen.

Susanne Johna | Bild: obs/Marburger Bund - Bundesverband/LäK Hessen © obs/Marburger Bund - Bundesverband/LäK Hessen

AUDIO: Marburger Bund: Schutzwirkung von Alltagsmasken ist bewiesen (5 Min)

Welche Schutzmasken sollte man tragen?

Im Alltag und für den privaten Gebrauch empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff. Sie ersetze aber nicht andere Schutzmaßnahmen wie Abstands-, Husten- und Niesregeln sowie eine gute Händehygiene. Stoffmasken bestehen im Idealfall aus drei Lagen. Die äußere Schicht sollte Wasser abweisen, die mittlere Schicht eine Filterwirkung haben und die innere Lage Feuchtigkeit aufnehmen können.

Schutzmasken richtig tragen, abnehmen und lagern

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig gehandhabt werden.

  • Vor dem Anlegen die Hände waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Die Maske muss an den Rändern eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken.
  • Während des Tragens nicht berühren.
  • Ist die Maske durchfeuchtet, sollte sie gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen an den seitlichen Schnüren oder Gummis greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen immer gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske sofort waschen oder bis zum Waschen in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren.
  • Ideal zum Transport von getragenen und ungetragenen Masken unterwegs sind Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss. Sie verhindern den Kontakt mit kontaminierten Stoffteilen und halten unbenutzte Masken hygienisch sauber.
  • Auch mit Maske den Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einhalten.

Stoffmasken reinigen: Am besten in der Waschmaschine

Stoffmasken nach dem Tragen am besten sofort reinigen - bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine und mit Vollwaschmittel. Das Energiespar-Programm ausschalten, da sonst womöglich keine ausreichend hohen Temperaturen erreicht werden. Alternativ die Maske in einem Topf auf dem Herd mindestens fünf Minuten lang in kochendes Wasser legen. Sind nach dem Waschen kleine Risse oder Beschädigungen zu erkennen, die Maske nicht wiederverwenden. Darf die Maske nur mit maximal 60 Grad gewaschen werden, die Temperatur am besten mit einem Thermometer prüfen. Wer keins hat, kann Wasser in einem Wasserkocher aufkochen und es dann gut acht Minuten bei geschlossenem Deckel stehen lassen, dann beträgt die Temperatur 60 Grad.

Schutzmasken aus Stoff trocknen auf einer Leine. © SOPA Images via ZUMA Wire/dpa Foto: Jdidi Wassim/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Stoffmasken sollten nach dem Tragen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Auch mit dem Bügeleisen lassen sich die Viren abtöten, so Virologe Christian Drosten. Beim Bügeln darauf achten, dass der Stoff sowie Saum und Nahtstellen richtig heiß werden. Da nicht alle Stoffe das lange Erhitzen gut aushalten, empfiehlt es sich, das Bügeln nur zusätzlich zum Waschen anzuwenden.

FFP-Masken mehrfach tragen?

Einwegprodukte wie FFP-Masken oder OP-Masken aus Zellstoff sollten besser nicht wiederverwendet werden. Derzeit sind im Handel ausreichend Masken vorhanden. Die Wirksamkeit von Wärmebehandlungen von FFP-Masken im Backofen ist wissenschaftlich umstritten. Unklar ist zudem, welche Auswirkungen die Wärmebehandlungen auf die Filtereigenschaften des Materials haben.

Manche Experten sehen kein Problem darin, die Masken im privaten Gebrauch länger zu nutzen. Allerdings bestehe das Risiko, dass sich in den Masken Bakterien ansiedeln. Daher sollten sie regelmäßig in die Sonne gelegt und so mit UV-Licht bestrahlt werden. Brandgefahr besteht beim Sterilisieren von Masken in der Mikrowelle: Viele Masken enthalten Metallteile, die beim Erhitzen Funkenflug verursachen können.

Beschlagene Gläser: Was sollten Brillenträger beachten?

Damit weniger Atemluft an die Gläser kommt, sollte der Schutz möglichst eng an Nase und Wangen anliegen. Ideal ist eine Maske mit eingenähtem Metallbügel, da sie besser angepasst werden kann. Beim Anlegen darauf achten, dass der Stoff unter der Brille liegt. Zusätzlich kann man die Brille mit Putztüchern mit Anti-Beschlag-Wirkung oder einem Anti-Beschlag-Spray behandeln. Alternativ die Brille mit mildem Spülmittel ohne Alkohol einreiben, mit klarem Wasser abwaschen, an der Luft trocknen lassen und dann polieren. Wegen der Infektionsgefahr auf keinen Fall Speichel dafür verwenden.

Wo gibt es Schutzmasken zu kaufen?

Atemschutzmasken und Mund-Nasen-Schutz sind mittlerweile keine Mangelware mehr. Apotheken, Drogerien und auch Supermärkte haben derzeit immer wieder Posten im Angebot - teilweise auch als Aktionsware zu fairen Preisen. Gerade bei FFP-Masken gibt es allerdings erhebliche Qualitätsunterschiede. Hochwertige Masken haben eine innen liegende, umlaufende Dichtung zur Anpassung an das Gesicht. Wer seine Maske länger nutzen möchte, sollte auf eine solide Verarbeitung achten. Alltagsmasken aus Stoff bieten unter anderem Modegeschäfte und Änderungs-Schneidereien an.

Weitere Informationen
Ein Mann hält sich eine Maske vor das Gesicht. © Brilliant Eye / photocase.de Foto: Brilliant Eye / photocase.de

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 04.11.2020 | 11:52 Uhr

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