Sendedatum: 10.03.2014 20:25 Uhr  | Archiv

Salmiak-Pastillen: Salzig und gesund?

von Martje Freese

Sie sind winzig klein, ganz schön zäh, salzig und kleben an den Zähnen. Dennoch schwören viele auf Salmiakpastillen - besonders, wenn es im Hals kratzt. Daher gibt es sie nicht nur im Supermarkt, sondern vor allem auch in der Apotheke. "Salmiakpastillen werden oft als Lutschpastillen eingesetzt, wenn der Rachenraum entzündet ist. Das Salmiaksalz ist desinfizierend, es senkt den pH-Wert des Speichels und dadurch können Bakterien besser abgetötet werden", erklärt Martin Merkel, Oberarzt für Innere Medizin an der Asklepios-Klinik St. Georg.

Salmiak-Pastillen im Geschmacksvergleich

Salmiaksalz sorgt für kräftigen Geschmack

Für den typischen Geschmack sorgt Salmiaksalz, das sogenannte Ammoniumchlorid. Je mehr davon in den Pastillen enthalten ist, umso kräftiger der Geschmack. Ab einem Gehalt von zwei Prozent Ammoniumchlorid muss Lakritz den Hinweis "Erwachsenenlakritz" auf der Verpackung führen. Bei einem Gehalt zwischen 4,49 und 7,9 Prozent ist die Deklaration "extra stark" vorgeschrieben. Mehr als 7,9 Prozent Salmiaksalz sind in Deutschland nicht erlaubt.

Herz-Rhythmus-Störungen durch zu viel Lakritz

In Apotheken gibt es in Auslagen mit Starklakritz oft auch Warnhinweise aus einem anderem Grund: "Viele Salmiakpastillen enthalten Süßholzwurzelextrakt", sagt Martin Merkel. "Die Süßholzwurzel enthält Glycyrrhizin. Das ist ein hormonähnlicher Stoff, der dazu führt, dass der Körper Kalium verliert und den Blutdruck ansteigen lässt. In großen Mengen kann das zu Herz-Rhythmus-Störungen führen." Mehr als 50 Gramm pro Tag sollte man über einen langen Zeitraum daher lieber nicht naschen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.03.2014 | 20:25 Uhr

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