Hand mit Geldscheinen vor einem Heizkörper © picture-alliance

Richtig heizen: Mit einfachen Tipps Geld und Energie sparen

Stand: 21.10.2020 15:30 Uhr

Die Wohnung in Herbst und Winter durch Heizen warm zu halten, kostet viel Geld. Schon einfache Maßnahmen können helfen, die Heizkosten zu senken und viel Energie zu sparen.

Mit dem Herbstbeginn hat auch die Heizsaison begonnen. Wer es in der Wohnung gemütlich warm und behaglich haben möchte, muss in den kommenden Monaten viel Geld für Energie ausgeben. Allerdings können schon einfache Maßnahmen dafür sorgen, dass die Rechnung nicht zu hoch ausfällt und die Umwelt nicht unnötig belastet wird.

Heizkosten sparen: Ideale Raumtemperatur liegt bei 20 Grad

Thermostat an einem Heizkörper © dpa Foto: Heiko Wolfraum
Die Einstellung "3" am Thermostatventil entspricht etwa 20 Grad Raumtemperatur.

Menschen empfinden Temperaturen sehr unterschiedlich. Als Faustregel gilt: In Wohnbereichen sollten es 20 Grad sein, im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad. Ein Grad weniger Wärme spart rund sechs Prozent Energie. Ein Thermometer gibt Auskunft über die tatsächliche Raumtemperatur, Thermostatventile an den Heizkörpern halten die Temperatur konstant. Mit elektronischen Ventilen lässt sich die Temperatur im Tagesverlauf automatisch senken und erhöhen. So können etwa Berufstätige die Heizung am Tag drosseln und trotzdem abends in eine warme Wohnung zurückkehren. Während des Lüftens den Heizkörper ganz abdrehen, durch die kalte Zugluft sorgt das Thermostat sonst für maximale Wärmezufuhr.

Heizung regelmäßig entlüften und Wasser nachfüllen

Wenn Heizkörper gluckern und auch bei voll geöffnetem Ventil nicht richtig warm werden, hat sich wahrscheinlich Luft darin gesammelt. Sie kann durch ein Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers abgelassen werden: Becher unterhalten, Schraube mit kleiner Zange öffnen und Luft ablassen, bis nur noch Wasser herauskommt. Für einige Heizkörper sind spezielle Entlüftungsschlüssel erforderlich, die in Baumärkten erhältlich sind.

Wurde viel Luft entfernt, muss eventuell Wasser in den Heizkreislauf nachgefüllt werden. Ein Blick auf die Druckanzeige am Kessel oder der Heiztherme zeigt, ob das notwendig ist. Wer sich das regelmäßige Entlüften sparen möchte, kann am Heizkörper spezielle automatische Entlüftungsventile anbringen.

Zugluft vermeiden: Fenster und Türen abdichten

Bei leichtem Luftzug im Raum fühlt sich die Temperatur niedriger an als sie ist. Fenster und Türen sollten daher gut schließen. Mit einer brennenden Kerze lassen sich undichte Stellen entdecken, Klebedichtungen aus dem Baumarkt sorgen für Abhilfe. Besonders die Tür zum kalten Treppenhaus sollte auch nach unten keine Luft hereinlassen. Dichtungen mit Bürstenstreifen sind flexibel und überbrücken selbst zentimeterbreite Lücken.

Regelmäßiges Stoßlüften statt Dauerlüften

Auch wenn dabei Energie verloren geht: Mindestens zweimal am Tag muss gründlich gelüftet werden. Am schnellsten geht es mit der Querlüftung, bei der Fenster in gegenüberliegenden Zimmern weit geöffnet werden. Der Luftzug tauscht die feucht-warme Luft schnell aus. Dauerlüften mit gekippten Fenstern verschwendet dagegen viel Energie. Abhängig von der Personen-Anzahl und der Raumgröße sollte in Corona-Zeiten noch deutlich öfter gelüftet werden. Dazu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine "Empfehlung zum infektionsschutzgerechten Lüften" veröffentlicht.

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Heizkörpernischen dämmen: Wärmeverlust vermeiden

Häuser aus den 1950er- bis 1970er-Jahren haben meist dünne, schlecht gedämmte Wände. Hier ist es hilfreich, die Heizkörpernischen mit Polystyrolschaum-Platten mit Alu-Beschichtung zu isolieren. Sie reflektieren die Wärme und halten sie so im Zimmer. Das Material aus dem Baumarkt wird an die Wand geklebt. Damit Heizkörper die Wärme gut in den Raum abgeben können, dürfen sie nicht von Vorhängen oder Möbeln verdeckt werden und müssen von unten ungehindert Luft ansaugen können.

Heizungsrohre mit Rohrisolierung dämmen spart Energie

In Einfamilienhäusern steht der Heizkessel meist im Keller. Auf dem Weg in die Wohnräume geben die Heizungsrohre unnötig Wärme ab - viel Energie geht verloren. Dämmende Rohrisolierungen aus dem Baumarkt lassen sich einfach selbst montieren und sind laut Energieeinsparverordnung sogar vorgeschrieben.

Fensterscheiben mit geschlossenen Vorhängen dämmen

Besonders in kalten Nächten geht viel Wärme durch die Fenster verloren, selbst bei modernen Scheiben mit Doppel- oder Dreifach-Verglasung. Das gilt besonders für große Glasflächen an Balkonen oder Terrassen. Geschlossene Rollos oder Vorhänge helfen, den Wärmeverlust einzudämmen.

Heizungsanlage regelmäßig warten und modernisieren

Neben diesen Self-made-Tipps gibt es Maßnahmen, die man einem Fachbetrieb überlassen muss. Dazu gehört es, die Heizungsanlage regelmäßig zu warten und zu reinigen. Dabei lohnt ein Blick auf die Umwälzpumpe. Alte Modelle verbrauchen viel Strom, da sie stets mit voller Last arbeiten. Moderne Pumpen passen ihre Leistung dem Bedarf an und sind daher sparsamer. Eventuell lohnt ein Austausch. Bei einem sogenannten hydraulischen Abgleich werden alle Komponenten der Heizungsanlage optimal aufeinander und den Wärmebedarf im Haus angepasst. Allerdings kostet diese Einstellung bis zu 1.000 Euro.

Wer seine alte Heizungsanlage umfassend erneuern möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kredite und Zuschüsse der KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft beantragen. Weitere Tipps zum energiesparenden Heizen bietet eine Website der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

VIDEO: Heizung richtig entlüften und Energie sparen (3 Min)

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Mein Nachmittag | 19.10.2020 | 16:20 Uhr

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