Stand: 30.09.2019 16:19 Uhr

Nutri-Score: Gesünder essen per Ampel

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Diesen Code sollen Hersteller künftig auf verarbeiteten Lebensmittel drucken.

Nach jahrelanger Diskussion ist die Entscheidung gefallen: Der sogenannte Nutri-Score soll Verbrauchern künftig beim Kauf von Lebensmitteln eine schnelle Orientierung bieten - und vor weniger gesunden Produkten warnen. Das Bundesernährungsministerium hatte vier mögliche Kennzeichen in einer Studie von rund 1.600 Verbrauchern testen lassen. Dabei stieß der Nutri-Score auf die größte Zustimmung. Im kommenden Jahr sollen die ersten Produkte damit in den Regalen liegen. Allerdings bleibt die Kennzeichnung für die Hersteller freiwillig.

Fünf Stufen von A bis E

Verbraucher sollen so auf einen Blick erkennen, wie verarbeitete Lebensmittel aus ernährungsphysiologischer Sicht einzustufen sind. Waren mit einem großen "A" auf grünem Grund gelten als vergleichsweise hochwertig, Produkte mit einem "E" auf rotem Grund als ungünstig. In die Bewertung fließen verschiedene Faktoren wie der Gehalt an Zucker und Fetten, aber auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine ein. Der Nutri-Score soll auf der Vorderseite einer Verpackung stehen.

Nährwert-Tabelle bleibt erhalten

Bereits jetzt können sich Verbraucher über die Nährwerte eines Produkts informieren. Doch die Tabellen mit Angaben zu Energie, Fett, Kohlenhydraten, Salz und Eiweiß sind meist recht klein auf die Rückseite der Verpackung gedruckt. Sie bieten zwar mehr Informationen als die neue Kennzeichnung, sind jedoch unübersichtlicher. Der Nutri-Score soll die Nährwert-Tabellen nicht ersetzen, sondern zusätzliche Orientierung bieten. Kritiker hatten seit Langem eine Kennzeichnung gefordert, die möglichst auf den ersten Blick den Nährwert eines Produktes einordnet.

Deutliche Mehrheit für Nutri-Score

In der Verbraucherstudie sprachen sich 57 Prozent der Teilnehmer die den Nutri-Score aus. 28 Prozent bevorzugten das Modell des Max-Rubner-Instituts (MRI), sieben Prozent die Keyhole-Kennzeichnung und fünf Prozent das Modell des Lebensmittelverbands Deutschland e.V. (BLL). Die Kennzeichnung wurde in Frankreich entwickelt und wird dort seit 2017 auf verarbeiteten Lebensmitteln verwendet.

Verbraucherschützer und Mediziner zufrieden

Der Bundesverband Verbraucherzentralen hatte sich seit langem für den Nutri-Score eingesetzt. Die Kennzeichnung sei zwar nicht perfekt, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßte die Entscheidung für den Nutri-Score. Der Verband forderte zusätzlich ein Werbeverbot für Lebensmittel, die speziell an Kinder verkauft werden sollen.

Unterschiedliche Verpackungen von Lebensmittel aus einem Supermarkt.

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NDR Info | 30.09.2019 | 16:00 Uhr

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