Stand: 04.05.2018 10:31 Uhr

Nitrosamine im Nagellack nachgewiesen

von Ann-Brit Bakkenbüll
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Nagellack kann krebserregende Substanzen enthalten.

Lackierte Nägel sind vor allem im Frühjahr und Sommer beliebt. Was viele nicht wissen: Nagellacke können Nitrosamine enthalten, die als krebserregend eingestuft werden. In einer Stichprobe von Markt war keines der vier getesteten Produkte frei von Nitrosaminen. In einem akkreditierten Labor hat die Redaktion diese Nagellacke auf N-Nitrosodiethanolamin (NDELA) untersuchen lassen (Preis pro 10 Milliliter):

  • Trend it up UV Powergel Nail Polish von dm für 2,05 Euro
  • Artdeco Art Couture Mail Laquer für 8,95 Euro
  • Max Factor X Gel Shine Laquer 11,53 Euro
  • Chanel Le Vernis 19,22 Euro

Nagellack.

Gift im Nagellack nachgewiesen

Markt -

Nagellack kann krebserregende Nitrosamine enthalten. In einer Stichprobe von Markt enthielten alle vier untersuchten Produkte die schädlichen Substanzen.

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Kein Nagellack war frei von Nitrosaminen

  • In den untersuchten Proben stellte das Labor diese Mengen an Nitrosaminen fest:
  • Am geringsten war der Nagellack von Chanel mit weniger als 10 Mikrogramm pro Kilogramm NDELA belastet.
  • Ebenfalls gering belastet waren der Nagellack Trend it up UV Powergel Nail Polish von dm mit 16 Mikrogramm pro Kilogramm und der Artdeco Art Couture mit 23 Mikrogramm pro Kilogramm.
  • Im Max Factor X Gel Shine Laquer wurden 147 Mikrogramm NDELA pro Kilogramm nachgewiesen.

Naturkosmetik enthält keine Nitrosamine

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und intakten Fuß- oder Fingernägeln geht von den Nagellacken ein sehr geringes Risiko für die menschliche Gesundheit aus. Wer Nitrosamine vermeiden möchte, kann aber schon (teurere) Naturkosmetik verwenden.

Das sagen die Hersteller beziehungsweise Händler

  • Artdeco

    Das Unternehmen teilte mit, dass "bei produkttypischer Anwendung, also dem Auftragen des Lacks auf den Nagel, kein Gesundheitsrisiko" bestehe.

  • Chanel

    "Das Vorhandensein dieser Spuren in solch sehr kleinen Mengen stellt kein Gesundheitsrisiko dar."

  • dm (Trend it up)

    Das Unternehmen sieht keine gesundheitlichen Risiken und erklärt: "Der getestete Artikel kann (...) unbedenklich verwendet werden." Man arbeite aber an einer neuen Rezepturbasis, "um die Bildung von Nitrosaminen noch weiter zu reduzieren".

  • Max Factor

    "Alle kosmetischen Mittel aus unserem Hause (...) erfüllen in ihrer Art und Zusammensetzung alle geltenden gesetzlichen Anforderungen." Das Unternehmen verspricht, "die Bildung von Nitrosaminen in unseren Nagellacken entweder weiter zu reduzieren oder nach Möglichkeit ganz zu vermeiden".

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Nitrosamin in Kosmetikartikeln

Nitrosamine sind die Sammelbezeichnung für sogenannte N-Nitrosamine, eine Stoffklasse organisch-chemischer Verbindungen. Sie gehören zu den krebserzeugenden (karzinogenen) Substanzen. In ähnlichen Untersuchungen wurden Nitrosamine bereits in Kosmetikartikeln wie Wimperntusche und Shampoos nachgewiesen. Sie können über verunreinigte Rohstoffe in die Produkte gelangen oder durch chemische Reaktionen bei der Herstellung oder Lagerung entstehen.

Nitrosamine können nicht nur in Kosmetikartikeln, sondern beispielsweise auch in Tabak, Nahrungsmitteln und Latex-Produkten vorkommen. In diesen Fällen spricht man von einer exogenen Belastung. Dagegen liegt eine endogene Belastung vor, wenn Nitrosamine im menschlichen Körper gebildet werden.

Gesetzliche Situation in der EU

Laut EU-Kosmetikverordnung (Artikel 14 Abs. 1 a) sind Nitrosamine wie das N-Nitrosodiethanolamin (NDELA) eigentlich in kosmetischen Mittel verboten. Allerdings sind sie laut Artikel 17 in Spuren zulässig, wenn dies unter guten Herstellungspraktiken technisch unvermeidbar ist und das kosmetische Mittel sicher ist.

Es gibt jedoch noch keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert, ab dem ein Krebsrisiko durch Nitrosamine völlig ausgeschlossen werden kann. Das Bundesamt für Verbraucherschutz informierte Markt, dass in diesem Jahr ein Untersuchungsprogramm durchgeführt wird. Auf Basis der Ergebnisse könnten "im Rahmen des Monitoring Orientierungswerte für eine gute Herstellungspraxis abgeleitet werden".

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.05.2018 | 20:15 Uhr

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