Haushaltsbuch führen: Ausgaben-Überblick hilft Geld sparen

Stand: 23.10.2020 18:15 Uhr

Wer seine Ausgaben mit einem Haushaltsbuch im Blick behält, kann schnell Einsparpotenziale ermitteln. Bei der digitalen Datenerfassung helfen mittlerweile auch Smartphone-Apps.

Ein genauer Überblick über Ausgaben und Einnahmen kann viel Geld sparen. In einem Unternehmen ist eine genaue Buchführung selbstverständlich und auch gesetzlich vorgeschrieben, im Privatleben nehmen es viele Menschen mit den eigenen Finanzen nicht so genau. In einem Haushaltsbuch lässt sich erfassen und nachvollziehen, wofür das eigene Geld ausgegeben wurde. So können Verbraucher schnell und einfach herausfinden, wo sich sparen lässt.

"Das Haushaltsbuch deckt die vielen kleinen Löcher auf, aus denen unser Geld herausrieselt und uns am Vermögensaufbau hindert", erklärt Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Es gibt aber noch weitere Tricks, das sauer verdiente Geld in der eigenen Tasche zu behalten.

Kassenbons aufheben: Eigenes Konsumverhalten beobachten

Kassenzettel und Münzen liegen auf einem Tisch. © Picture-Alliance / Chromorange Foto: Christian Ohde
Notwendiger Kauf oder nicht? Eine Analyse der Kassenzettel bringt Klarheit.

Wem das genaue Erfassen der Ein- und Ausgaben zu aufwendig ist, kann zunächst für einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten die Kassenbons der Ausgaben für den täglichen Bedarf aufbewahren. Die gesammelten Rechnungen sollten regelmäßig kritisch analysiert werden: Handelte es sich um eine geplante Ausgabe oder um einen Spontankauf? War die Ausgabe notwendig oder ist sie künftig verzichtbar? Der sogenannte Cappuccino-Faktor - beispielsweise der tägliche Kauf des Coffee to go am Bahnhof - könne über den Monat gerechnet beachtliche Summen ergeben, so Hertel.

Laufende Ausgaben: Spontankäufe vermeiden

Während sich Fixkosten wie Miete, Energie oder Versicherungen nur langfristig - beispielsweise durch Vertragsänderungen oder Umzug - senken ließen, gebe es bei den Ausgaben für den täglichen Bedarf ein großes unmittelbares Einsparpotenzial, erklärt der Verbraucherschützer weiter. Beim Einkauf oder auch bei größeren Anschaffungen sind Spontankäufe meist besonders teuer. Preisvergleichsportale im Internet und Testberichte helfen, das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln.

Einkaufszettel schreiben und nur Notwendiges kaufen

Beim Einkauf von Lebensmitteln vorher einen genauen Einkaufszettel schreiben, um nur wirklich notwendige Produkte zu erwerben. Die Einkaufsliste vorab am besten mit der vorhandenen Vorratshaltung und dem vorgesehenen Speiseplan abgleichen. In der Regel ist regelmäßiges, bedarfsgerechtes Einkaufen günstiger als der Großeinkauf in längeren Zeitintervallen, weil so Produkte auch mal ungenutzt ihre Haltbarkeit verlieren.

Haushaltsbuch: Hoher Zeitaufwand bei lückenloser Erfassung

Wer das Ein- und Ausgaben-Management - beispielsweise wegen einer drückenden Schuldenlast - professioneller angehen möchte, erfasst alle Einnahmen, Fixkosten und laufenden Ausgaben in einem Haushaltsbuch - entweder schriftlich oder digital. Das kostet allerdings täglich etwa zehn bis 15 Minuten Zeit und macht nur Sinn, wenn die Datenerfassung auch lückenlos erfolgt. Eine einfache Wochen- und Monatsvorlage zum Ausfüllen bietet die Verbraucherzentrale als kostenlosen PDF-Download an.

Ein- und Ausgaben mit Excel, Software oder App kontrollieren

Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand. © Picture-Alliance / Bildagentur-online / Blend Images Foto: Inti St Clair
Das Smartphone ist überall dabei und deshalb gut geeignet, um Einnahmen und Ausgaben zu erfassen.

Nahezu jeder heimische PC verfügt heutzutage über eine Tabellenkalkulations-Software wie Excel, die sich zur Erfassung der privaten Einnahmen und Ausgaben bestens eignet. Diverse Hersteller bieten auch spezielle Software-Lösungen an, die die eigene Buchhaltung durch Nutzerführung noch einfacher machen. Mittlerweile gibt es außerdem viele Apps, mit denen sich ein Haushaltsbuch auch über das Smartphone führen lässt. Vorteile der papierlosen digitalen Lösungen: Ausgaben und Einnahmen lassen sich meist sehr übersichtlich und einfach auch in Diagrammen und Grafiken darstellen und auswerten, sodass sich Trends gut erkennen lassen.

Stiftung Warentest testet Finanz-Management-Apps

Die Qualität und Nutzerfreundlichkeit von Apps wie Monefy Pro, Money Manager, MoneyControl oder Outbank hat Stiftung Warentest im Mai 2020 in einem Produkttest untersucht. Dabei haben sich die Verbraucherschützer auch den Themen Datenschutz und Konto-Anbindung gewidmet.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 21.10.2020 | 16:20 Uhr

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