Gaspreis aktuell: So viel kostet die Kilowattstunde

Stand: 03.12.2022 08:30 Uhr

Die Kosten für die Kilowattstunde Gas liegen auf dem Niveau vom Jahresende 2021. Aktuelle Daten zeigen die gegenwärtige Entwicklung des Gaspreises für Neukunden. Was bedeutet das für den Winter?

von Christina Maciejewski, Anna Behrend

Eine Kilowattstunde Gas kostet im Mittel derzeit 19,8 Cent für Neukunden. Das geht aus Daten des Vergleichsportals Verivox hervor (Datenstand: 03.12.2022). Bestandskunden zahlen meist weniger. Der mittlere Preis der vergangenen sieben Tage ist im Vergleich zur Vorwoche um 1 Prozent gestiegen. Im Jahr 2021 um diese Zeit lag der Preis für Neukunden bei 11 Cent pro Kilowattstunde.

Preisanstieg durch Krieg in der Ukraine

Die tagesaktuelle Grafik zeigt: Die Preise sind zuletzt weiter gesunken. Inzwischen liegen sie auf dem Niveau vom Jahresende 2021. Die Teuerungsphase begann bereits im Herbst 2021. Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Gas-Krise zogen weitere Steigerungen nach sich.

Sinkende Gaspreise seit Anfang September

Dass sowohl die Großmarkt- als auch die Endverbraucherpreise für Gas seit einiger Zeit wieder sinken, hat laut dem Energie-Experten Jochen Linßen vermutlich mehrere Gründe. Dämpfend auf die Gaspreisentwicklung wirkten sich die gut gefüllten Speicher, die milde Witterung im Oktober sowie Einsparungen in Industrie, Kraftwerken, Gewerbe und Haushalten aus, so Linßen, der Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich und Professor für Gas- und Wasserstoffinfrastruktur ist.

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Aussicht auf LNG-Importe entspannt Gasmarkt

Weitere mögliche Gründe für die Preisentspannung seien laut dem Jülicher Forscher unter anderem die Lieferungen von regasifiziertem Flüssiggas (LNG) aus Frankreich sowie die Aussicht darauf, dass zum Jahreswechsel die ersten deutschen LNG-Terminals in Betrieb genommen werden sollen.

Keine Gaspreise auf Vorkrisenniveau erwartbar

Energie-Experte Linßen geht jedoch nicht davon aus, dass die Gaspreise wieder auf Vorkrisen-Niveau sinken werden, weil ein Wechsel vom Pipeline-Bezug zum LNG-Import mit deutlich höheren Transportkosten für das Gas verbunden sei.

Gaspreisbremse kommt - Einmalzahlung und Preis-Obergrenze

Um den immer noch vergleichsweise hohen Gaspreisen entgegenzuwirken, beschlossen Bund und Länder am 2. November eine Reihe von Maßnahmen. Für Privathaushalte, die auf Gas und Fernwärme angewiesen sind, soll es eine Einmalzahlung im Dezember geben. Ausschlaggebend für die Höhe dieser Einmalzahlung ist der im September 2022 gezahlte Abschlag. Die einmalige Entlastungszahlung erhalten Haushalte und kleinere Unternehmen mit einem Jahresverbrauch bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden. Bestimmte Einrichtungen im Pflege- und Bildungsbereich und in der medizinischen Versorgung erhalten die Soforthilfe auch dann, wenn ihr Verbrauch höher ist.

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Für Privatkunden und kleine Unternehmen soll außerdem von Januar an ein Gaspreis von zwölf Cent pro Kilowattstunde für 80 Prozent des üblichen Verbrauchs gelten. Wer mehr verbraucht, muss höhere Preise zahlen. Wer weniger verbraucht, soll mit einem Bonus belohnt werden. Zahlreiche Medien berichteten am 22. November über einen Gesetzentwurf zur geplanten Gaspreisbremse, aus dem hervorgehe, dass der für den Monat März ermittelte Entlastungsbetrag auf die Monate Januar und Februar rückwirkend angerechnet werde. Klar war bislang eine Entlastung ab März 2023 bis zum Frühjahr 2024.

Energie sparen: So können Verbraucher Kosten senken

Um den hohen Energiekosten zu begegnen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch nicht nur auf die staatlichen Entlastungen setzen. Jeder sollte sich fragen, wo Energie eingespart werden könne, empfiehlt Julia Schröder, Expertin für Energiepreise der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Hier gibt es viele Möglichkeiten: Beispielsweise die richtige Einstellung der Heizung, die generelle Absenkung der Raumtemperatur oder nur so lange und so warm wie nötig zu duschen."

Anbieterwechsel aktuell keine Lösung

Von einem Wechsel des Anbieters rät Schröder eher ab: "Ein Anbieterwechsel ist aktuell schwierig. Bei rechtmäßigen Preiserhöhungen sollte nicht übereilt gekündigt, sondern zunächst die Marktlage sondiert werden."

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 12.10.2022 | 19:30 Uhr

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