Stand: 10.08.2018 12:05 Uhr

Flug verspätet: So gibt es Geld zurück

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Flugverspätungen sind ärgerlich, deshalb sollten Passagiere auf ihre Rechte bestehen.

In den Sommermonaten herrscht Hochbetrieb auf den Flughäfen im Norden. Doch oft beginnt der langersehnte Urlaub mit stundenlangem Warten, weil der gebuchte Flug verspätet ist. Dabei steht Passagieren bei mehr als drei Stunden Wartezeit durch technisch bedingte Verspätungen eine Entschädigung zu - doch nur wenige Kunden machen ihren Anspruch geltend.

Ein Boardingpass einer Fluggeselschaft.

Flug verspätet: Airline zahlt keine Entschädigung

Markt -

Olaf A. aus Schleswig-Holstein ist sauer: Mit zwölf Stunden Verspätung flog er in die USA und verlor einen ganzen Urlaubstag. Die Airline verweigert eine Entschädigung.

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Entschädigungspflicht bei technischen Defekten

Tausende Urteile fallen in Deutschland jährlich zum Thema Flugverspätung. Da die Rechtslage klar ist, gewinnen fast immer die Passagiere. Einziges Schlupfloch für die Fluggesellschaften sind "außergewöhnliche Umstände". Dazu gehören Streiks, schlechtes Wetter, Sicherheitsrisiken und politische Instabilität in den Zielländern. Alle technischen Defekte verantwortet dagegen die Airline selbst und muss entschädigen. Zudem haben Reisende bei einem Ausfall ihres Fluges Anspruch auf Betreuung durch die Airline, das schließt eine Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sowie eine Unterkunft ein.

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Ab drei Stunden Wartezeit steht Fluggästen eine Entschädigung zu. Doch nur wenige Fluggäste fordern ihr Recht auch ein.

Grundsätzlich dürfen Reisende bei Ausfällen ihren Flug kostenlos umbuchen oder absagen und das Geld von der Fluggesellschaft zurückfordern. Wird ein Flug annulliert oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, steht Passagieren laut EU-Fluggastrechteverordnung auch eine Entschädigung zu - je nach Flugdistanz sind das 250 bis 600 Euro. Müssen Reisende aufgrund einer Annullierung ihren Flug umbuchen oder in einem Hotel übernachten, sollten sie zunächst Kontakt mit der Fluggesellschaft aufnehmen, raten Rechtsexperten. Erst wenn die Airline dem Fluggast in diesem Fall nicht weiterhilft, kann er einen Flug oder eine Übernachtung im Hotel auf eigene Faust buchen und die Kosten nachträglich einfordern.

Bei Pauschalreisen ist Reiseveranstalter in der Pflicht

Ist der verspätete oder gestrichene Flug Teil einer Pauschalreise, müssen Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend gemacht werden. Das gilt auch für die Kosten des Hotels am Urlaubsort. Bei einer Pauschalreise ist der Reiseveranstalter zudem in der Pflicht, die Urlauber auf alternativen Wegen ans Ziel zu bringen. Wer Flug und Unterkunft hingegen separat bucht, hat im Fall außergewöhnlicher Umstände keinen Entschädigungsanspruch.

Dienstleister helfen gegen Erfolgsprovision bei Klage

In vielen Fällen verweigern Fluggesellschaften Entschädigungszahlungen zunächst. Die Strategie der Fluggesellschaften, Ansprüche erst einmal zu verweigern, ist offenbar sehr erfolgreich, denn nur sehr wenige Geschädigte bleiben hartnäckig und ziehen vor Gericht. Viele fürchten die hohen Prozesskosten. Wer keine Rechtsschutzversicherung hat, läuft Gefahr, alles aus eigener Tasche zu bezahlen. Unternehmen wie Claimflights, Flightright oder Fairplane nehmen Passagieren das Prozessrisiko ab. Die Firmen boxen Fälle vor Gericht durch und kassieren dafür 25 Prozent der erstrittenen Entschädigung. Verlieren sie das Verfahren, kostet es den Kunden nichts. Ein sicheres Geschäft. Denn fast alle Fälle gewinnt der Dienstleister. Per Internet kann jeder Passagier klären, ob sein Flug eine Chance auf Ausgleichszahlung hat. Dann läuft alles "automatisch".

Schlichtungsstelle hilft im Streitfall mit Airlines

Außerdem gehören alle deutschen und viele internationale Flugunternehmen der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) an, die im Streitfall nach einer einvernehmlichen außergerichtlichen Lösung sucht. Das Schlichtungsverfahren ist für die Passagiere kostenfrei. Einen kostenlosen Musterbeschwerde-Brief bietet außerdem das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland an. Weitere Informationen zum Thema finden sich auch auf der Internetseiten des Luftfahrt-Bundesamts.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.08.2018 | 20:15 Uhr

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