Stand: 25.01.2019 09:07 Uhr

Umweltfreundlich putzen mit Essig

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Essig ist ein traditionelles Putzmittel im Haushalt.

Gründlich putzen und dabei die Umwelt schonen? Wer dieses Ziel hat, sollte im Supermarkt zu Essig greifen. Das Naturprodukt ist biologisch leicht abbaubar und trotzdem wirksam gegen Schmutz und Fett im Haushalt. Als Putzmittel genügt ein billiger Tafelessig aus Branntwein, der pro Liter bereits für weniger als 50 Cent angeboten wird.

Eine Flache Essig-Essenz.

Haushaltsputz mit Essig

Mein Nachmittag -

Als Klassiker unter den Reinigern gelten Essig und Essig-Essenz. Sie sind kostengünstig und der Geruch steht für Sauberkeit. Dagmar Balhorn kennt die Vor- und Nachteile.

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Glanz auf Fliesen und Glas

Die Wirkung von Essig beruht auf Essigsäure, die zu etwa fünf Prozent in üblichem Haushaltsessig enthalten ist. Er kann unverdünnt oder mit Wasser gemischt verwendet werden. Mit Hilfe einer Sprühflasche lässt sich Essig gut dosieren und leicht auftragen. Damit verschwinden Fettspritzer am Herd ebenso wie Kalkflecken an den Fliesen im Badezimmer. Beim Fensterputzen sorgt ein Schuss Essig im Wasser für Glanz.

Essigsäure kann auch schaden

Aber Vorsicht, Essigsäure ist aggressiv. Natursteinböden und -fliesen dürfen nicht mit purem Essig behandelt werden. Die Dichtmasse Silikon in Bad und Küche sowie Gummidichtungen leiden unter der Säure. Auch die dünne Chrom-Schicht von Armaturen könne Schaden nehmen, mahnt Hauswirtschaftsmeisterin Dagmar Balhorn.

Essig sorgt für Sauberkeit im Kühlschrank

Wer den Kühlschrank gründlich reinigen möchte, kann zu Essig greifen, denn die Säure wirkt antibakteriell. Der typische Geruch, den viele nicht mögen, verfliegt nach dem Putzen rasch. Ein Teelöffel Essig in einem halben Liter Wasser ergibt eine Mischung, in der sich Küchengeräte hygienisch und keimfrei auskochen lassen. Gegen Schimmel ist Essig allerdings wirkungslos.

Hilfreich gegen Rost

Unverdünnt kann Essig gegen Rost angewendet werden. Einfach das Werkzeug oder Metallteil mit einem getränkten Lappen gründlich abwischen. Anschließend schützt ein Tropfen Öl vor neuem Rost.

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Weißweinessig zählt zu den gängigsten Sorten.

Neben Essig bietet der Handel auch Essigessenz an. Sie wird meist chemisch hergestellt, enthält bis zu 25 Prozent Säure und sollte daher sorgsam dosiert werden. Gebrauchsfertig gekaufte Essigreiniger enthalten weitere Bestandteile, etwa Duft- oder Farbstoffe und Schaum bildende Substanzen.

Zitronensäure als Alternative

Eine Alternative zu Essig als Haushaltsreiniger, speziell auf empfindlichen Flächen wie Armaturen, ist Zitronensäure. Sie löst Kalk-Ablagerungen etwa an der Spüle oder im Bad. Dazu etwas Zitronensäure, die der Handel als Pulver anbietet, anrühren und auf die verkalkten Stellen geben. Dann einige Minuten einwirken lassen, abwischen und gründlich mit Wasser nachspülen. Selbst verkalkte Duschköpfe bekommt Zitronensäure wieder frei.

Fünf Fakten über Essig

  • Essig entsteht, wenn Bakterien Alkohol - etwa in Wein - in Essigsäure und Wasser umwandeln. Die aktiven Bakterien sammeln sich in einer gallertartigen Masse, der sogenannten Essigmutter. Ein geringer Rest Alkohol bleibt im Essig enthalten. Chemisch hergestellte Essigsäure muss als Essigessenz angeboten werden.

  • Die bekanntesten Speiseessige sind Weinessig (aus Rot- oder Weißwein) sowie Obstessig (aus Fruchtwein, z.B. Apfelwein). Der preisgünstige Branntweinessig wird aus verdünntem Korn, Wodka oder anderen gebrannten Alkoholen produziert. Die Grundlage für Balsamico-Essig ist Traubenmost.

  • Essig darf als Lebensmittel in Deutschland 5 bis 15,5 Prozent Essigsäure enthalten. Bei üblichem Speiseessig sind es 5 bis 6 Prozent, bei Essigessenz bis zu 25 Prozent Säure. Der Rest ist Wasser.

  • Essig sollte dunkel und kühl gelagert werden - dann hält er sich länger.

  • Obwohl Essig als Konservierungmittel verwendet wird, kann er selbst verderben und schimmeln. Selbst hergestellter Essig hält sich bei sachgemäßer Lagerung etwa zwei Jahre, industriell produzierter Essig bis zu zehn Jahre. Wurde die Flasche geöffnet, kann der Inhalt nach einigen Monaten verderben.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 24.01.2019 | 16:20 Uhr

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