Stand: 17.07.2020 12:53 Uhr  - Markt

Was hilft gegen Schimmel in der Wohnung?

Schimmelpilze entstehen überall da, wo zu viel Feuchtigkeit ist. Die Ursachen sind vielfältig. Hauptgründe sind:

  • falsche Isolierung
  • undichte Stellen oder Risse an Dächern, Mauerwerk und Fenstern
  • falsches Heizen und Lüften
  • Kondensation von Luftfeuchtigkeit an kalten Wänden

In Altbauten tritt Schimmel häufig auf, wenn Außenwände keine ausreichende Wärmedämmung, aber neue, gut schließende Fenster haben. Bei Neubauten oder nach Baumaßnahmen kann sich Schimmel bilden, wenn die Räume nicht richtig ausgetrocknet sind.

Schimmel entfernen: Welche Mittel sind am besten?

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Zum Entfernen von Schimmel im Wohnraum gibt es chemische Produkte mit Chlor oder Ethylalkohol und Hausmittel wie Essig. Welche Mittel entfernen Schimmel am besten?

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So bildet sich Schimmel

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Feuchte Luft, die an kalten Wänden oder in Fensternähe kondensiert, bietet Schimmelsporen einen idealen Lebensraum.

Auch in Wohnungen ohne bauliche Mängel bildet sich ständig Feuchtigkeit. In einem Mehrpersonen-Haushalt entstehen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen jeden Tag mehr als zehn Liter Feuchtigkeit. Warme Raumluft speichert sie. Sobald sie aber auf eine kalte Stelle trifft - bevorzugt an Außenwänden - kondensiert die Luftfeuchtigkeit und es bilden sich nasse Stellen. Hier können sich Schimmelpilze ansiedeln und vermehren. Eigentlich sind sie ein harmloser, natürlicher Teil der Umwelt. Übersteigt ihre Konzentration in Wohnräumen jedoch ein bestimmtes Maß, können sie gesundheitliche Probleme hervorrufen.

Schimmel vermeiden

Schimmel sollte daher bekämpft werden. Das Wichtigste ist dabei die Beseitigung der Ursachen, denn Anti-Schimmel-Mittel wirken nur kurzfristig und oft nur oberflächlich. Dann wird zwar der Fruchtkörper des Schimmelpilzes gebleicht, das eigentliche Herz aber nicht zerstört. Wenn sich an den äußeren Bedingungen nichts ändert, ist der Schimmel nach einigen Wochen wieder da. Wirksame Schimmelbekämpfung bedeutet:

  • Baumängel beheben
  • ausreichend heizen
  • regelmäßig lüften
  • Wände trocken halten
  • bei kühlen Außenwänden Möbel nicht direkt an die Wand stellen
  • relative Luftfeuchtigkeit bei unter 65 bis 70 Prozent halten.

Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem sogenannten Hygrometer überprüfen (etwa 15 Euro). In Wohnräumen sollte sie etwa zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Die Messgeräte gibt es auch in Kombination mit Thermometern oder Wetterstationen.

Schimmel: Rechte und Pflichten von Mietern

Bei Schimmel in Mietwohnungen argumentieren Vermieter häufig, der Mieter habe zu wenig geheizt und gelüftet. Nach Ansicht von Experten gehören Heizen und Lüften tatsächlich zu den Pflichten von Mietern, um Schimmel zu verhindern. Der Vermieter müsse allerdings beweisen, dass die Ursache für den Schimmel nicht im sogenannten Baukörper liege, zum Beispiel in einer unzureichenden Isolierung. Mieter sind nach gängiger Auffassung jedoch nicht dazu verpflichtet, Schränke und Regale in einem bestimmten Abstand zur Wand aufzustellen, um Schimmelbildung zu verhindern.

Mittel gegen Oberflächen-Schimmel

Als Faustregel gilt: Ist die Fläche des Schimmelbefalls größer als eine Kreditkarte, sollte dieser durch eine Fachfirma entfernt werden. Wenn eine zeitnahe Beseitigung des Schimmels so nicht möglich ist, kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden, indem man die betroffenen Stellen mit Haarspray einsprüht. Die Schimmelsporen werden auf diese Weise eingekapselt. Kleine Stellen, zum Beispiel im Bad an Fugen, Silikondichtungen oder Fensterlaibungen kann man auch selbst entfernen.

Zur Bekämpfung von Oberflächen-Schimmel sind im Handel diverse Reinigungsmittel erhältlich. Als altes Hausmittel zur Schimmelentfernung gilt Essigessenz. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Schimmelpilze können das im Essig enthaltene Acetat verstoffwechseln, Essig bildet also sogar noch eine zusätzliche Nährstoffquelle für Schimmel und lässt ihn weiterwachsen.

Die meisten Schimmelentferner basieren auf dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid, einem starken Desinfektionsmittel. Es zerstört die Zellwände der Pilze. Benzalkoniumchlorid kann jedoch die Haut reizen und starke Allergien hervorrufen - genau wie Chlor, der aggressivste Wirkstoff im Kampf gegen Schimmel. Hochprozentiger Isopropyl-Alkohol ist weniger reizend. Auch der Geruch verfliegt schneller als der von Chlor, so dass der Raum nach intensivem Lüften direkt wieder genutzt werden kann.

Schutzkleidung tragen

Prinzipiell gilt für alle Maßnahmen zur Schimmelbeseitigung: Die Schimmelpilze nicht anfassen, Sporen nicht einatmen oder in die Augen gelangen lassen. Deshalb bei der Arbeit möglichst Handschuhe, Schutzbrille und eine Atemschutzmaske mit FFP3-Kennzeichnung tragen. Nach der Schimmelbeseitigung gründlich sauber machen.

Tipps zum richtigen Heizen und Lüften

  • Die Wohnung gleichmäßig heizen, um die Temperaturunterschiede in den Räumen nicht zu groß werden zu lassen.
  • Beim Duschen oder Kochen die Feuchtigkeit sofort ins Freie leiten.
  • Regelmäßig lüften, sodass die Luft richtig zirkulieren kann.
  • Zum Lüften die Fenster weit öffnen (Stoßlüftung). Am besten mehrere Fenster in gegenüberliegenden Zimmern gleichzeitig öffnen, damit Durchzug entsteht (Querlüftung). Es ist sinnlos, einzelne Fenster lange Zeit auf Kipp zu stellen. Ein Luftaustausch findet so kaum statt. Außerdem geht Energie verloren und die Zimmer kühlen stärker aus. Das wiederum begünstigt Schimmelbildung.
  • Empfehlenswert ist kräftiges Stoßlüften morgens und abends. Je nach Außentemperatur die Fenster fünf bis zehn Minuten offen lassen. Im Winter genügen oft schon zwei bis drei Minuten. In der wärmeren Jahreszeit sollte das Fenster länger geöffnet bleiben, damit ein Luftaustausch stattfinden kann.
  • Auch Räume, die nicht rund um die Uhr bewohnt werden, müssen ausreichend geheizt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 20.07.2020 | 20:15 Uhr