Stand: 24.04.2020 11:54 Uhr

Storchschnabel: Pflegeleicht und schön

Storchschnabel Nahaufnahme © fotolia Foto: Henry Schmitt
Storchschnabel gehört zur Familie der Geraniaceae.

Er ist auf allen Kontinenten vertreten, zählt rund mehrere Hundert Arten und wird seit einigen Jahrhunderten als Zierpflanze kultiviert: Storchschnabel, botanisch: Geranium. Diese Pflanzen sind nicht zu verwechseln mit Pelargonien, die fälschlicherweise umgangssprachlich als Geranien bezeichnet werden. Einzige Gemeinsamkeit dieser beiden Gattungen: Sie gehören zur Familie der Storchschnabelgewächse - lateinisch Geraniaceae.

Vielseitige und robuste Pflanze

Storchschnabel zählt mit seinen zahlreichen Arten und Sorten zu den vielfältigsten Gartenpflanzen. Die Pflanze ist ausgesprochen pflegeleicht und robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen, Nacktschnecken machen eher einen Boden um sie. Die Ansprüche an Standort und Licht sind abhängig von der Sorte: Manche gedeihen im lichten Schatten, andere vertragen pralle Sonne. Storchschnäbel bevorzugen mäßig feuchte, nährstoffreiche und durchlässige Böden. Staunässe sollte vermieden werden.

Storchschnabel blüht von März bis Oktober

Wiesen-Storchschnabel © Fotolia.com Foto: S. Fischer
Ob als Wiesenblume oder im Steingarten: Storchschnabel ist eine besonders schöne Staude.

Auch die Wuchshöhe variiert: Je nach Art wird Geranium etwa zwischen 15 und 100 Zentimeter hoch. Es gibt geeignete Sorten für Steingärten, aber auch höhere Wildarten für Blumenwiesen oder immergrüne für beispielsweise Grabeinfassungen. Balkan-Storchschnabel eignet sich gut als Bodendecker gegen Unkraut. Werden verschiedene Arten geschickt kombiniert, blüht Storchschnabel etwa von März bis Oktober im Garten. Beste Pflanzzeit ist das Frühjahr. Viele Sorten zeichnen sich durch eine famose Herbstfärbung aus und bringen neben der Blüte zusätzlich Farbe in den Garten. Auch die Fruchtstände können außerordentlich dekorativ wirken.

Geeignete Sorten für Sonne und Schatten

Feuchter Schatten:

  • Waldstorchschnabel (G. sylvaticum)
  • Himalaya-Storchschnabel (G. himalayense)
  • Pyrenäen-Storchschnabel (G. endressii)
  • Sumpf-Storchschnabel (G. palustre)
  • Brauner Storchschnabel (G. phaeum)
  • Oxford-Storchschnabel (G. oxonianum)

Trockener Schatten:

  • Balkan-Storchschnabel (G. macrorrhizum)
  • Brauner Storchschnabel (G. phaeum)
  • Knotiger Storchschnabel (G. nodosum)

Trockener Standort in der Sonne:

  • Cambridge-Storchschnabel (G. cantabrigiense)
  • Blutstorchschnabel (G. sanguineum)
  • Grauer Storchschnabel (G. cinereum)
  • Kaukasus-Storchschnabel (G. renardii)

Sonniger Standort mit feuchtem Boden:

  • Wiesenstorchschnabel (G. pratense)
  • Oxford-Storchschnabel (G. oxonianum)
  • Brauner Storchschnabel (G. phaeum)

Storchschnabel als Bodendecker pflanzen

Viele Storchschnabel-Arten wie der Balkan-Storchschnabel und der Knotige Storchschnabel bilden schnell Ausläufer und eignen sich deshalb gut als Bodendecker. Wer innerhalb von ein, zwei Jahren eine geschlossene Pflanzendecke haben möchte, sollte etwa sieben Pflanzen pro Quadratmeter setzen. Bei zarter wirkenden Arten sind acht bis neun Pflanzen empfehlenswert - zu viel kann im Prinzip ohnehin nicht gepflanzt werden.

Für eine punktuelle Pflanzung oder kleine Flächen eignet sich dagegen die neuere Sorte "Rozanne". Die Hybride, also eine Kreuzung, ist ein phänomenaler Dauerblüher, treibt aber keine Ausläufer.

Einfache Vermehrung

Ein Mann hält ein abgeschnittenes Stück Wurzelstock von Storchschnabel in der Hand © NDR
Manche Arten lassen sich durch Teilstücke des Wurzelstocks älterer Pflanzen vermehren.

Horstig, also kompakt wachsende Pflanzen, können durch einfaches Teilen vermehrt werden. Von Sorten wie dem Balkan- und Cambridge-Storchschnabel werden neue Pflanzen aus den Wurzelstöcken, den Rhizomen, gewonnen. Dazu maximal zwei Drittel von der Wurzel einer ausgegrabenen Pflanze abschneiden. Je nach Länge der Wurzel ein oder mehrere Wurzelstücke mit einer Länge von fünf Zentimetern oben gerade und unten schräg abschneiden. Wichtig dabei ist, dass der obere, also gerade abgeschnittene Teil der Wurzel, beim Einpflanzen nach oben zeigt. Die Wurzelstücke werden komplett, aber nur dicht unter der Erde senkrecht eingegraben. Nach vier bis sechs Wochen erscheinen oft schon die ersten jungen Triebe.

Manche Sorten sind begehrte Sammler-Objekte

Wer sich für Stauden-Raritäten interessiert, findet in Geranium eine Gattung, die zahlreiche Formen und Farben bietet. Sie ist bei Sammlern deshalb überaus beliebt. Einfache Sorten wie etwa "Spessart" kosten circa 1,50 Euro. Die extrem seltene und schwierig zu kultivierende Sorte "Geranium endressii 'zermatt'" wird dagegen mit rund 80 Euro pro Topf gehandelt.

Woher Storchschnabel seinen ungewöhnlichen Namen hat, kann man übrigens nach der Blüte erkennen: Dann bilden sich längliche Fruchtstände, die an den Schnabel eines Storchs erinnern.

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