Stand: 13.04.2020 12:27 Uhr

Obstbäume veredeln und Lieblingssorte ernten

Ein blühender Kirschzweig © Colourbox
Durch Veredelung können verschiedene Sorten an einem Obstbaum wachsen.

Wenn der Apfel- oder Kirschbaum nicht so richtig Früchte trägt oder vielleicht nicht die bevorzugte Sorte, lässt sich das ändern. Dafür muss der Baum nicht gefällt werden, man kann ihn mit der gewünschten Sorte veredeln. Bei jungen Bäumen mit wenigen Zweigen kann das zu einem kompletten Sortenwechsel führen. Bei großen, älteren Bäumen kann eine zweite oder sogar dritte Sorte an verschiedenen Stellen des Baumes aufgepfropft werden. Dann können Gärtner verschiedene Sorten von einem Baum ernten.

VIDEO: Obstbäume richtig veredeln (3 Min)

Edelreiser von Obstbäumen schneiden oder kaufen

Das Veredeln von Obstbäumen ist relativ einfach. Benötigt werden sogenannte Edelreiser von der gewünschten neuen Sorte. Sie werden üblicherweise geschnitten, wenn die Bäume in Winterruhe gehen. Dazu 30 bis 40 Zentimeter lange bleistiftdicke Jungtriebe am besten aus dem Kronenbereich des Baumes oder von der Südseite schneiden. Die Zweige sollte ein Jahr alt und nicht von Krankheiten befallen sein. Über den Winter werden Edelreiser beispielsweise in Plastiktüten gewickelt im Kühlschrank aufbewahrt. Kurzentschlossene können auch im April noch Edelreiser schneiden. Diese müssen dann aber sofort verarbeitet werden. Edelreiser sind auch bei Baumschulen oder im Internet erhältlich.

Geeigneten Ast finden und absägen

Sind die Edelreiser vorhanden, geht es auf die Suche nach einem geeigneten Ast, der für die Veredelung abgesägt werden muss. Wichtig: Dicke Äste auch von unten einsägen, damit der fallende Ast nicht die Rinde vom Baum zieht. Falls der Ast beim Sägen abbricht, können Sie zehn Zentimeter weiter unten noch einmal sauber abschneiden. Sägen und Messer sollten richtig scharf sein. Ganz wichtig ist es, das Werkzeug vorher zu desinfizieren.

Rinde einritzen und Edelreiser anschneiden

Mit der Messerspitze die Rinde an der neuen Veredelungsstelle etwa auf einer Länge von fünf Zentimetern einritzen. Dann die Rinde an der Stelle mit einem nicht zu scharfen Gegenstand, zum Beispiel dem Stiel eines Teelöffels, vorsichtig anheben. An den Edelreisern ein schönes Auge aussuchen, auf der gegenüberliegenden Seite hinter dem Auge ansetzen und mit dem scharfen Messer auf drei bis vier Zentimeter Länge schräg abschneiden. Der Schnitt sollte glatt sein und die Schnittstelle nicht mehr berührt werden.

Veredeln und Wundschutz auftragen

Die frisch geschnittenen Reiser jetzt schnell unter die Rinde schieben. Das Auge muss nach außen zeigen, sodass die Schnittfläche schön am Holz des Baumes anliegt. Die Edelreiser auf zwei bis drei Augen zurückschneiden und mit Veredelungsband oder gewässertem Naturbast sehr fest anbinden. Zum Schluss die Schnittstellen des Baumes mit einem biologischen Wundschutz versorgen.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 11.04.2020 | 19:30 Uhr

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