Stand: 05.02.2020 16:38 Uhr  - NDR 90,3

Aussaat von Gemüse und Blumen im Haus: So geht's

von Helge Masch
Viele Pflanzen wie Tomaten dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freiland.

Gemüse, Stauden und Sommerblumen, aber auch Zimmerpflanzen können auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen werden. Diese Möglichkeit gibt es für alle Pflanzen. Bei der Aussaat in Innenräumen herrschen andere Bedingungen als im Freiland.

Saatgut nur bedingt haltbar

Vor allem aber ist die Qualität des Saatguts entscheidend für den Erfolg der Aussaat. Beim Kauf von Saatguttüten sollte man daher auf das Abfülldatum achten. Es sollte nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Zwischen dem Kauf und der Aussaat das Saatgut sollte es am besten im Kühlschrank gelagert werden. So ist gewährleistet, dass der Stoffwechsel im Saatkorn auf ein Minimum reduziert ist. Die Energie, die für den Austrieb benötigt wird, wird dann nicht schon während der Lagerung aufgebraucht.

Keimprobe bei älterem Saatgut empfehlenswert

Saatgut aus eigener Ernte vor dem Einlagern im Kühlschrank trocknen und reinigen. Für die Aufbewahrung eignen sich Dosen, die sich luftdicht verschließen lassen. Die Keimfähigkeit von Saatgut variiert sehr stark. Für den Hausgebrauch gilt: Man muss sich nicht wundern, wenn zwei Jahre altes Saatgut nicht den gewünschten Erfolg bringt. Wer sichergehen will, macht zuvor eine Keimprobe.

Lichtkeimer, Dunkelkeimer und Kaltkeimer: Was ist der Unterschied?

Die meisten Pflanzen keimen, wenn das Saatgut in Saatgutstärke mit Substrat - am besten mit Pikier- beziehungsweise Anzuchterde - abgedeckt und bei einer Temperatur zwischen 18 und 25 Grad aufgestellt wird. Hierbei handelt es sich um sogenannte Dunkelkeimer. Bis die Saat keimt, darf sie nicht austrocknen.

Steht in der Aussaat-Anleitung das Wort Lichtkeimer, benötigt das Saatkorn Licht zur Keimung und darf nicht abgedeckt werden. Geschieht dies versehentlich doch, sinkt der Keimerfolg auf unter zehn Prozent. Dunkelkeimer hingegen benötigen absolute Dunkelheit und können mit einer dickeren Erdschicht abgedeckt werden. Zusätzlich sollte eine lichtundurchlässige Platte oder Folie auf das Aussaatgefäß gelegt werden.

Das Wort Kaltkeimer weist darauf hin, dass nach der oben beschriebenen Aussaat zunächst eine vierwöchige warme Phase (circa 18 Grad) und anschließend eine sechswöchige kühle (5 bis 0 Grad) oder gar eine kalte (0 bis -5 Grad) Phase erfolgen muss, bevor die Saat keimt. Besonders große Saatkörner sollten 24 Stunden in handwarmem Wasser "vorquellen". Einige tropische Pflanzen benötigen sogar deutlich wärmeres Wasser. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Thermosflasche.

Schritt für Schritt: Richtig aussäen

  • Aussaaterde bis zu zwei Drittel in ein Aussaatgefäß mit Löchern im Boden füllen und leicht andrücken.

  • Das Gefäß mit durchgesiebter Aussaaterde bis zum Rand auffüllen.

  • Erde gerade abstreichen und leicht andrücken. Die Oberfläche muss eben sein, damit das Wasser gleichmäßig versickern kann.

  • Die Saat gleichmäßig und nicht zu dicht in das vorbereitete Gefäß streuen und mit Aussaaterde gleichmäßig übersieben (nur bei Dunkelkeimern).

  • Mit einer Gießkanne mit Haarbrause kräftig angießen und eine durchsichtige Abdeckung auf das Aussaat-Gefäß setzen.

  • An einem sonnigen und warmen Ort stellen, zum Beispiel die Fensterbank.

  • Täglich die Feuchtigkeit kontrollieren. Ist die Aussaaterde oberflächlich abgetrocknet, mit der Gießkanne leicht mit handwarmem Wasser übergießen.

  • Wenn sich die Keimblätter entfaltet haben, kann die Abdeckung entfernt werden. Gefäß mit den Sämlingen kühler, aber nicht dunkler stellen.

Damit die jungen Pflanzen kräftig weiterwachsen, sollten sie pikiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 01.02.2017 | 20:00 Uhr

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