Stand: 19.10.2016 13:09 Uhr

Fluch und Segen: der Asiatische Marienkäfer

Bei milden Temperaturen entwickeln sich nicht nur die Gartenpflanzen sehr gut, auch die Insekten fliegen schon munter umher. An einigen Pflanzen haben sich bereits Blattläuse niedergelassen, die gierig den Pflanzensaft aus den frischen Trieben saugen. Ihnen folgen aber auch Nützlinge wie zum Beispiel der heimische Marienkäfer.

Asiatische Marienkäfer und zum Vergleich ein Siebenpunkt-Marienkäfer. (Montage) © Jon Yuschock/fotolia, Alekss/fotlia Foto: Jon Yuschock, Alekss
Der Asiatische Marienkäfer (links) hat im Gegensatz zum heimischen Marienkäfer ein "W" auf dem Nackenschild.

Immer öfter ist aber auch ein gelblicher bis fast schwarzer Marienkäfer unterwegs. Es handelt sich dabei um einen Verwandten unseres heimischen Marienkäfers, um den Asiatischen Marienkäfer. Der wurde seit den 80er-Jahren als aggressiver Blattlausvertilger in europäischen Gewächshäusern eingesetzt und hat sich danach auch in freier Natur verbreitet. Er kommt gepunktet, aber auch ganz ohne Punkte vor. Unterschieden werden können die beiden daran, dass der Asiatische Marienkäfer hinter dem Kopf, auf dem sogenannten Nackenschild, ein Muster hat, das so aussieht wie ein großes "W".

Ungebremster Appetit auf Blattläuse

Beim Appetit auf Blattläuse übertrifft der Asiatische Marienkäfer, auch Harlekin Käfer genannt, unseren heimischen Marienkäfer um Längen. Mehr als 200 Blattläuse schafft der asiatische Verwandte am Tag, wenn er ordentlich Hunger hat. Aber: Sobald im Herbst der Tisch nicht mehr so üppig gedeckt ist, frisst der Asiatische Marienkäfer zur Not seine eigenen Artgenossen und verschmäht dabei auch unseren heimischen Marienkäfer nicht. Experten sind sich noch nicht sicher, ob das langfristig ein Ende für unseren heimischen Marienkäfer bedeuten könnte.

Keine natürlichen Feinde

Fressfeinde gibt es im Tierreich für den Asiatischen Marienkäfer nicht, denn er hat eine Substanz im Blut, die äußerst übel schmeckt und auch giftig ist. Sie enthält sogenannte Mikrosporidien. Das sind winzige, pilzähnliche Einzeller, die Körperzellen ihres Wirts als Parasiten befallen können und ihn nachhaltig schädigen. Der Asiatische Marienkäfer verfügt anscheinend über eine Resistenz gegen diese Parasiten in seinem Körper. Gelangen sie aber in unsere einheimischen Marienkäfer, können diese daran sterben. Außerdem hilft dem Harlekin Käfer sein robustes Immunsystem bei einer schnellen Ausbreitung. Er hat somit keinen natürlichen Feind, der ihn in Europa aufhalten könnte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 20.10.2016 | 05:00 Uhr

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