Stand: 16.09.2020 16:22 Uhr  - Mein Nachmittag

Ackerwinde und Zaunwinde erfolgreich entfernen

Rosafarbene Blüten einer Ackerwinde © imago images / Nature Picture Library
Hübsch anzusehen, aber lästig: Ackerwinden breiten sich schnell im Garten aus.

Sie zählen für viele Gartenbesitzer zu den lästigsten unerwünschten Pflanzen: Ackerwinde und Zaunwinde. Die hübsch blühenden Winden breiten sich schnell auf kriechende Weise im Garten aus. Nur mit Ausdauer und Beharrlichkeit wird man sie wieder los. Die mehrjährigen Pflanzen winden sich um Zier- und Nutzpflanzen und können deren Entwicklung beeinträchtigen. Zaun- und Ackerwinden verfügen über ein bis zu zwei Meter tiefes, verzweigtes Wurzelsystem, das sehr regenerationsfähig ist: Schon aus kleinen Wurzelstücken kann eine neue Pflanze austreiben.

VIDEO: Zaunwinde loswerden: So klappt es (7 Min)

Ackerwinde und Zaunwinde: Was ist der Unterschied?

Der Unterschied zwischen Ackerwinde und Zaunwinde besteht im Wesentlichen in ihren bevorzugten Standortbedingungen und der Größe und Farbe der Blüten. Auch Form und Größe der Blätter unterscheiden sich.

  • Ackerwinden (Convolvulus arvensis) wachsen bevorzugt an trockenen Standorten und bilden zwischen Juni und September ihre kleinen rosafarbenen bis bläulichen Blüten aus. Diese Blätter sind eher länglich und weisen zwei spitze Ecken auf.
  • Echte Zaunwinden (Calystegia sepium) bevorzugen feuchtere, stickstoffreiche Böden. Die weißen Blüten sind etwa doppelt so groß wie die der Ackerwinde und zeigen sich zwischen April und Oktober. Die Blätter sind eher rundlich.

Ackerwinde und Zaunwinde regelmäßig ausreißen

Gartenexperte Peter Rasch hält grüne Triebe einer Ackerwinde in die Kamera. © NDR
Regelmäßiges Entfernen der Triebe von Winden schwächt die Pflanzen auf Dauer.

Ob Acker- oder Zaunwinde: Die mühevolle Bekämpfung der Pflanzen folgt denselben Methoden. Wer das Unkraut dauerhaft entfernen möchte, sollte die Triebe regelmäßig bodentief ausreißen oder abhacken. Wenn das Grün immer wieder entfernt wird, kann die Pflanze nicht ausreichend Fotosynthese betreiben und ihr fehlt auf Dauer die Kraft auszutreiben. Wichtig ist, die Winden vor der Blüte zu entfernen, denn sie vermehren sich auch durch Samen.

Das Hacken des Bodens ist nicht empfehlenswert. Das Zerteilen der Wurzeln führt zur Vermehrung der Pflanze und vielen neuen Austrieben. Das Ausgraben der Wurzeln kann helfen, allerdings besteht die Gefahr, dass Wurzelteile zurückbleiben oder übersehen werden.

Boden mit Pappe oder Vlies abdecken

Sind größere Flächen des Gartens zugewuchert, kann es helfen, die Fläche für mindestens ein Jahr mit Pappe oder Muchfolie abzudecken. Aus ästhetischen Gründen kann man darüber eine Schicht Mulchmaterial oder Sand geben. Reines Muchen ist zur Bekämpfung der Winden nicht ausreichend. Zum Schutz von Flora und Fauna ist eine Bekämpfung mit Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) nicht empfehlenswert.

Winden sind ökologisch wertvoll

Weiße Blüten der Echten Zaunwinde © imago images / blickwinkel
VIele Insekten ernähren sich von Pollen und Nektar der Winden.

Oftmals breiten sich Zaunwinde und Ackerwinde in einem ohnehin eher verwilderten Bereich des Gartens aus. Dort kann es aus ökologischer Sicht sinnvoll sein, die Pflanzen einfach wachsen zu lassen. Denn Pollen und Nektar der Blüten bieten vielen Insekten - darunter dem Nachfalter Windenschwärmer - Nahrung. Auch die Weibchen bestimmter Arten der Spiralhornbienen sammeln Pollen ausschließlich an Winden, bevorzugt an der Ackerwinde.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 17.09.2020 | 16:20 Uhr

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