Leoniden: Sternschnuppen-Regen am November-Himmel

Stand: 17.11.2020 12:25 Uhr

Nicht nur für Romantiker ein besonderes Ereignis: Bis Ende November sind die Leoniden sichtbar. Die Sternschnuppen lassen sich besonders gut in den frühen Morgenstunden klarer Nächte beobachten.

Wer in diesen Tagen in den Nachthimmel schaut, hat gute Chancen, ein besonderes Naturphänomen zu bestaunen. Derzeit sind die Sternschnuppen des Leonidenstromes zu sehen. Etwa bis zum 30. November können Sternengucker noch klare Nächte nutzen, um einen Blick auf das Lichtschauspiel am Nachthimmel zu erhaschen. Sie müssen nur ein wenig Geduld mitbringen. Die meisten Sternschnuppen sind in den frühen Morgenstunden zu sehen.

Erde kreuzt Staubfahne des Kometen Tempel-Tuttle

Unter Leoniden versteht man einen Sternschnuppenregen, bei dem Staubkörner in der Atmosphäre verglühen. Der Name stammt vom Sternbild Löwe (Leo), denn es sieht am Himmel so aus, als ob die Sternschnuppen dem Sternbild entspringen. Ihren Ursprung haben sie allerdings im Schweif des Kometen mit dem Namen Tempel-Tuttle. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne kreuzt die Erde jedes Jahr Mitte November den Kometenschweif.

Und dessen Staubteilchen leuchten als helle Sternschnuppen, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. Der Luftwiderstand bremst ihre Geschwindigkeit stark ab, dabei entsteht Wärme, die die Teilchen bis zum Glühen erhitzt. Bei den Leoniden handelt es sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 Kilometern pro Sekunde (entspricht einer Geschwindigkeit von 252.000 Kilometern pro Stunde) um sehr schnelle Meteore. Größere Meteore sind beim Verglühen als sogenannter Feuerball zu sehen. Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen, so der Aberglaube.

Lichtverschmutzung und Mondschein erschweren Sichtung

Bild eines Meteors am Nachthimmel über Schlewig Holstein.  Foto: Heiko Albrecht
Besonders in ländlichen Regionen mit wenig Lichtquellen und in Höhenlagen lassen sich Sternschnuppen gut beobachten.

Bei der Beobachtung sollten Sternengucker möglichst den Blick auf Lichtquellen wie das Smartphone vermeiden. Das menschliche Auge benötigt etwa eine halbe Stunde, um sich optimal an das Sehen in der Dunkelheit anzupassen. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung und Streulicht in großen Städten erschwert die Beobachtung des Nachthimmels. Das Licht von Haus- und Straßenbeleuchtung, Hafenanlagen oder Flughäfen wird von der Erdatmosphäre reflektiert und legt sich wie ein Dunstschleier über große Ballungsgebiete. Auch Mondlicht erschwert die Sichtung von Sternschnuppen.

Leoniden: Hotspots zur Beobachtung finden

Besonders gut lassen sich Leoniden-Sternschnuppen in ländlichen Regionen beobachten, in denen es wenig Lichtquellen gibt. Auch das Erklimmen von Anhöhen oder Bergen bietet Vorteile: Je höher sich Beobachter positionieren, desto größer ist der Himmelsausschnitt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 11.08.2020 | 21:45 Uhr

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