Stand: 21.04.2020 14:08 Uhr  | Archiv

Wie funktionieren Corona-Datenspende-Apps?

Man trägt eine Smartwatch und hat auf Smartphone die Corona-Datenspende-App geöffnet.
Die App misst Körperdaten via Smartwatch oder Fitnessarmband und sendet diese direkt an das Robert-Koch-Institut.

Sind Smartwatch und Smartphone die neuen Waffen im Kampf gegen das Coronavirus? Sowohl das Robert-Koch-Institut (RKI) als auch die Max Planck-Gesellschaft haben Apps auf den Weg gebracht, mit denen den Wissenschaftlern freiwillig Daten zur Verfügung gestellt werden können. Beide Apps haben unterschiedliche Ziele: Die des RKI soll den Forschern Aufschluss darüber geben, wo und wie schnell sich Covid-19 verbreitet. Die Wissenschaftler der Max-Plack-Gesellschaft wollen hingegen mit Hinweisen der Nutzer zu Symptomen mehr über mögliche Krankheitsverläufe herausfinden.

Die Datenspende-App des RKI: Wo breitet sich Covid-19 aus?

Mit der Corona-Datenspende-App sollen Körper-Parameter gesammelt werden, die dann Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts (RKI) Aufschluss über den Gesundheitszustand der Menschen geben können. So erhoffen sich die Forscher nähere Informationen zum Coronavirus und darüber, wo genau und wie schnell sich die Krankheit in Deutschland ausbreitet.

Wearables senden Körper-Parameter ans RKI

Die Einrichtung der Smartphone-App dauert weniger als fünf Minuten: Nach Download und Start fragt die App nach der Postleitzahl und erstellt ein Profil mit einer einmaligen Benutzer-ID. Nutzer sind hierdurch zwar nicht anonymisiert, dafür aber pseudonymisiert. Das heißt, Name und Adresse werden nicht weitergeleitet. Die Nutzer senden über die App verschiedene Körper-Parameter direkt an das Robert-Koch-Institut: Dazu zählen Puls, Temperatur sowie die damit verbundenen Aktivitäten - Informationen, die über Fitnessarmbänder erhoben werden. Hinzu kommen Angaben zu Alter, Größe, Gewicht und Geschlecht, die in der Fitness-App angegeben werden können.

Weitere Informationen
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, äußert sich im Haus der Bundespressekonferenz zum aktuellen Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie. © picture alliance/dpa Foto: Wolfgang Kumm

Coronavirus-Blog: "Das ist ganz klar der Beginn einer Herbstwelle"

Gesundheitsminister Lauterbach fordert weitere Schutzmaßnahmen. Die Welle werde "nicht so schnell von alleine enden". Mehr Corona-News im Blog. mehr

Beteiligung von freiwilligen Nutzern erbeten

Aktuell werden laut RKI alle über Google-Fit und Apple-Health verbundenen Armbänder sowie Geräte von Fitbit, Garmin, Polar und Withings/Nokia unterstützt. Grundvoraussetzung für den Erfolg dieses großangelegten Forschungsvorhabens ist eine hohe Beteiligung von Freiwilligen. Die App funktioniert für Apple und Android und steht auf der Website des Robert Koch-Instituts zum Download bereit.

CoroNotes: Datenspende für Covid-19-Studien

Die App des Max-Planck-Instituts heißt CoroNotes und funktioniert in etwa wie ein Corona-Tagebuch. Dafür werden keine Wearebles, wie Smartwatch oder Fitnesstracker benötigt, ein Smartphone ist ausreichend. Auch muss man sich nicht mit Email-Adresse oder Telefonnummer anmelden, sondern bekommt wie beim RKI eine ID. Den Angaben zufolge können Nutzer der App täglich innerhalb etwa einer Minute Angaben zu Symptomen verschiedenen Parametern zum Verlauf der Krankheit machen.

Den Krankheitsverlauf besser verstehen

Das soll den Wissenschaftlern wertvolle Daten für Covid-19-Studien liefern. Anders als bei der App des RKI geht es dem Max-Planck-Institut aber nicht darum, die Ausbreitung zu monitoren. Sie wollen den Krankheitsverlauf besser zu verstehen und mit einer breiteren Datenbasis sehen, welche Therapien tatsächlich helfen. Bewegungsprofile oder Kontakte zu anderen Nutzern werden ebenfalls nicht gespeichert, so die Wissenschaftler. Android-Nutzer finden Sie schon im Store, für iOS ist sie aber bereits angekündigt.

Weitere Informationen
Weltumspannendes, abstrahiertes Netzwerk © fotolia.com Foto: Kobes

Heer von Privat-Computern hilft im Corona-Kampf

Weltweit suchen Forscher nach einem Mittel gegen das Coronavirus. Das braucht neben Zeit vor allem jede Menge Rechnerleistung. So können Sie im Kampf gegen Corona mithelfen. mehr

Tracing-Apps: Die Ausbreitung stoppen

Große Hoffnungen werden auch in sogenannte Kontakt-Tracing-Apps gelegt. Diese arbeiten mit Hilfe von Bluetooth-Signalen. Ist jemand positiv auf Covid 19 getestet, kann er die Information in die App eingeben und Nutzer, mit denen er zuletzt in Kontakt war, dadurch warnen. So können Infektionsketten anonym nachgezeichnet werden. Sie soll in den nächsten Tagen auf den Markt kommen

 

Weitere Informationen
Jördis Frommhold, Expertin für Long-Covid-Erkranungen, in ihrem Institut Long Covid. © dpa Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Bundesweit einzigartig: Long-Covid-Institut in Rostock gegründet

Initiatorin ist die Lungenfachärztin Jördis Frommhold. Sie hat als Chefärztin der Median Klinik in Heiligendamm schon mehr als 5.500 Long-Covid-Patienten behandelt. mehr

Eine FFP-2-Maske liegt im Herbstlaub auf einer Straße. © picture alliance/dpa | Angelika Warmuth

Neue Corona-Verordnung: Mit schlanken Maßnahmen in den Herbst

Seit Sonnabend greift eine neue Verordnung, die an die bundesweiten Regelungen angelehnt ist. mehr

7-Tages-Inzidenz der Hospitalisierungen vom 30. September 2022. © NDR

Corona in MV: 1.329 Neuinfektionen - zwei weitere Todesfälle

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern steigt auf 516,1. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 4,5. mehr

Eine Ärztin sitzt an einem Laptop. © Colourbox Foto: -

Falsche Corona-Atteste? 71 Durchsuchungen in MV

Eine Ärztin aus Sachsen soll Dutzenden Patienten in MV falsche Corona-Atteste ausgestellt haben. Es wurden zahlreiche Objekte durchsucht. mehr

Mehrere bunte Holzmännchen mit einem Corona-Virus-Icon auf der Brust © Colourbox Foto: -

Corona in MV: Fragen und Antworten zu Impfungen und Regeln

Alles, was Sie über die Impfungen und die aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen wissen müssen. mehr

Eine Menge aus Demonstranten steht auf dem Wismarer Marktplatz. © Christoph Woest Foto: Christoph Woest

Rund 6.000 Menschen bei Demonstrationen gegen Regierungspolitik

Proteste gab es in allen Teilen des Landes - an insgesamt 18 verschiedenen Orten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.04.2020 | 17:15 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Coronavirus

Mehr Ratgeber

Hokkaido-Kürbisse © Fotolia.com Foto: Ramona Heim

Kürbis: Sorten, Rezepte, Zubereitung

Butternut, Hokkaido, Muskat: Es gibt viele verschiedene Kürbis-Sorten. Welche eignen sich gut zum Kochen? Tipps und Rezepte. mehr