Stand: 20.08.2020 17:30 Uhr

Unternehmensverband gegen mehr Kinderkranktage

Der Unternehmensverband Nord (UV Nord) ist gegen mehr Kinderkranktage für Eltern. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte angekündigt, dass sie aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie den Eltern mehr Zeit für die Betreuung ihrer kranken Kinder geben will und dafür auch schon bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geworben hat. Sebastian Schulze, Sprecher des UV Nord, sagte NDR Schleswig-Holstein, es ist für Unternehmen eine große organisatorische Belastung, wenn Arbeitnehmer unkalkulierbar ausfallen. Es macht keinen Sinn, Kinderkrankengeld zu zahlen, bei einem Verdacht auf Schnupfen - und zehn Tage seien genug.

Kinderkranktage 2020 teilweise schon aufgebraucht

Elternpaare dürfen jeweils bis zu zehn und Alleinerziehende bis zu 20 Arbeitstage fehlen, um bis zu zwölf Jahre alte, kranke Kinder zu betreuen. Diese Regelung gilt pro Kind, ist aber gedeckelt bei 25 Tagen pro Elternteil, beziehungsweis 50 Tagen bei Alleinerziehenden. Laut Jana Walther von der Techniker Krankenkasse (TK) ist es in diesem Jahr schon oft passiert, dass Elternteile ihr Kontingent aufgebraucht haben - einige sogar schon Ende März. Der Grund: das Bildungsministerium empfiehlt aktuell, Kinder die einen Schnupfen, sollen 48 Stunden Zuhause bleiben. Schulen und Kitas setzen diese Empfehlung konsequent um.

Mehr Betreuungstage logische Konsequenz

Darum ist die Ankündigung von Bildungsministerin Prien für Claudia Pick, Vorsitzende des Landeselternbeirats Gymnasien die logische Konsequenz aus der Schnupfen-Empfehlung. Schließlich müssten die Kinder betreut werden, vor allem müssen sie aber weiter unterrichtet werden. Das dürfe laut Landeselternbeirat nicht an den Eltern hängen bleiben, verpassten Unterricht aufzubereiten. Daher müssten die Schulen Lernkonzepte anbieten, so Pick. Prien legte den Distanzunterricht in die Verantwortung der Schulen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.08.2020 | 17:00 Uhr

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