Ein Blitz ist zwischen Gewitterwolken am dunklen Himmel zu erkennen. © Susanne Panozzo Foto: Susanne Panozzo

Starkregen flutet Keller in Kiel und Travemünde

Stand: 27.07.2021 21:15 Uhr

Am Montagabend hat Starkregen in Kiel zu Überschwemmungen geführt. Am Mittag hatte ein lokales Gewitter in Travemünde für mehrere Feuerwehreinsätze gesorgt. Und die Travemünder Woche musste umplanen.

Rund 60 Mal musste die Feuerwehr allein in Kiel zu Einsätzen ausrücken, teilte die Leitstelle mit. Starkregen sorgte dafür, dass eine Unterführung der vielbefahrenen B76 voll lief und kurzzeitig gesperrt werden musste. Die anderen Einsätze waren oft wegen vollgelaufener Keller und umgestürzter Bäume. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurde die Feuerwehr zu rund 70 Einsätzen gerufen. Besonders betroffen waren die Orte Hohenwestedt, Altenholz und Strande. Das Klärwerk Bülk bei Strande drohte wegen Starkregen überzulaufen. Nur mit Hilfe von Notpumpen und dem Ablassen von rund 40.000 Litern mechanisch geklärtem Wasser in die Ostsee konnte schlimmeres verhindert werden. In Kellinghusen im Kreis Steinburg schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein - ebenso in Lohe-Rickelshof im Kreis Dithmarschen. Die Feuerwehr löschte Teile des Dachstuhls, die durch den Blitzeinschlag in Brand gerieten. Bei allen Einsätzen in Schleswig-Holstein gab es keine Verletzen.

Am Abend hatte der Deutsche Wetterdienst für den Raum Kiel eine amtliche Unwetterwarnung vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel ausgegeben. Die Warnung galt bis etwa 23 Uhr.

44 betroffene Keller in Travemünde

Das Unwetter am Montag in Travemünde war nach einer Stunde vorüber. Die Feuerwehr wurde am Mittag zu 44 Häusern gerufen, deren Keller vollgelaufen waren. Ein Teil der Tornadowiese an der Promenade stand unter Wasser - dort campen zurzeit auch einige Segler.

Auch ein paar Straßen und der Parkplatz Leuchtenfeld standen teilweise unter Wasser. Verletzt wurde niemand. Im übrigen Stadtgebiet von Lübeck blieb es bei kleineren Schauern.

Regatten mussten verschoben werden

Auch der Travemünder Woche machte die Unwetterlage kurzzeitig einen Strich durch die Rechnung. Regatten mussten verschoben werden. Und schließlich musste ein Sprecher der Travemünder Woche bekanntgeben, dass die Wettfahrten für Montagabend ganz abgesagt wurden. Heute starteten deshalb alle Klassen schon um 10 Uhr, damit möglichst viele Rennen gesegelt werden können. Um einiges aufzuholen, würden statt zwei dann drei bis vier Rennen an den Start gehen, so der Sprecher.

Gewitter war für Wetterdienst schwer vorherzusagen

Für etwas Verwirrung sorgten die Unwetterwarnungen am Montag. Nachdem zunächst am späten Nachmittag entwarnt worden war, kam die Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Landeshauptstadt erst am Abend über den Rundfunk, als das Gewitter bereits da war. Wie der DWD auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein erklärte, habe das an den unterschiedlichen Warnstufen gelegen. Das System habe vier Warnstufen: Gelb, Ocker, Rot und Violett. "Die roten und violetten sind die sogenannten Unwetterwarnungen, die die schwersten Folgen haben. Diese Warnungen werden typischerweise über den Rundfunk verbreitet", sagte Rüdiger Hartig vom DWD. Die anderen beiden - weniger schlimmen - Warnstufen - Gelb und Ocker - gingen allerdings nur an Kunden, die sie extra bestellt haben, so Hartig weiter. Zwar seien das auch die Warn-Apps, aber da seien sie nicht als dringende Warnung markiert, so Hartig weiter. Beim Unwetter am Montag sei hinzugekommen, dass viele Gewitter nur punktuell aufkamen - das Gewitter in Richtung Norden habe sich auf dem Weg nach Kiel erst richtig aufgeladen. Und das war nach Angaben des Meteorologen schwer vorauszusagen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.07.2021 | 06:00 Uhr

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