Stand: 13.03.2020 22:14 Uhr

Schutz vor Corona: Folienwand in Bussen

Um den Öffentlichen Nahverkehr in Flensburg auch in den kommenden Wochen aufrechtzuerhalten und Ansteckungen zu vermeiden, versucht das städtische Busunternehmen Aktivbus, seine Fahrer besser vor einer möglichen Corona-Infektion zu schützen. In der Nacht zu Freitag wurden deshalb die Fahrerkabinen aller Stadtbusse mit einer Folie vom Fahrgastraum getrennt. "Wir haben Berufsgruppen in der Stadt, die sind existenziell wichtig, da darf einfach keiner krank werden. Das betrifft auch die Busfahrer. Und darum bitten wir die Bevölkerung da um Verständnis", sagte die Flensburger Oberbürgermeisterin, Simone Lange (SPD).

Auch die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) und der Stadtverkehr Lübeck haben inzwischen entsprechende Maßnahmen in ihren Bussen veranlasst.

Busfahrer: "Man fühlt sich ein wenig geschützter"

Am Freitagmorgen ist es relativ ruhig am Flensburger ZOB. Alle Busse fahren, aber es sind deutlich weniger Fahrgäste an Bord als sonst, meint Tobias Matthiessen. Er ist Busfahrer und gerade mit der Linie 1 auf dem Weg in Richtung Bahnhof. Auch ihn trennt eine graue Plastikfolie von seinen Fahrgästen - nur ein kleines, durchsichtiges Stück gibt den Blick frei in den Innenraum. "Ich finde diese Maßnahme eigentlich gar nicht so schlecht. Man fühlt sich ein wenig geschützter - aber mir fehlt schon ein bisschen der Kontakt zu den Fahrgästen, wenn sie reinkommen und guten Morgen sagen."

Vorsichtsmaßnahme oder "Panikmacherei"?

An der Haltestelle gegenüber steht Florian Petersen und wartet auf seinen Bus. Er arbeitet als Gärtner in den Mürwiker Werkstätten und ist auf den Öffentlichen Nahverkehr angewiesen. "Auf der einen Seite finde ich das okay, was hier gemacht wird - die Busfahrer haben ja täglich mit Tausenden von Leuten zu tun. Wer weiß, wer da was hat. Aber auf der anderen Seite finde ich diese ganze Panikmacherei ein bisschen übertrieben."

Bustickets im Vorverkauf erwerben

Einen Fahrschein müssen Busreisende natürlich trotzdem dabei haben, heißt es von Aktiv Bus. Das Unternehmen empfiehlt die Tickets im Vorverkauf zu erbwerben - die Vorverkaufsstellen sind online abrufbar. Auch in Kiel und Lübeck sind Fahrscheine nach Angaben der Unternehmen nicht mehr im Bus erhältlich.

Wie lange Busfahrer und Fahrgäste voneinander getrennt sein werden, ist noch nicht klar. Die Maßnahme gelte "bis auf Weiteres" heißt es beispielsweise in einer Mitteilung von Aktiv Bus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.03.2020 | 10:30 Uhr

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