Ein Spielzeughaus steht zwischen aufgetürmten Münzen. Dahinter rechnet ein Mensch mit einem Taschenrechner. © Imago images Foto: Panthermedia/AndreyPopov

Rekordpreise für Neubauten - Verband appelliert an Politik

Stand: 07.10.2021 19:21 Uhr

Wer in Deutschland aktuell eine Wohnung bauen oder kaufen möchte, muss viel Geld auf den Tisch legen. Die Preise für Neubauten sind so stark gestiegen, wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr.

In Deutschland sind die Preise für einen Neubau im August im Vergleich zum Juli um 12,6 Prozent gestiegen. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch in Schleswig-Holstein gehen die Zahlen nach oben. Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, fürchtet, dass die Baukonjunktur auch im Norden eine Delle bekommt: "Wenn das so weitergeht, dann werden Bauherren sich noch stärker überlegen, ob sie neu bauen."

Hohe Baukosten und lange Genehmigungszeiten

Doch warum sind die Preise so angestiegen? Laut Breitner ist der Neubau heutzutage sowieso wegen langer Baugenehmigungszeiten und der schwierigen Grundstücksverfügbarkeit "ein Abenteuer". Hinzu kommen jetzt die hohen Baukosten. Die Nachfrage nach Holz und Stahl auf dem Weltmarkt ist extrem groß, das treibt die Preise nach oben. Und das muss am Ende der Bauherr bezahlen.

Verbandsdirektor Andreas Breitner sieht die Politik am Zug: "Schön wäre, wenn - sagen wir mal - die Landesregierungen selbst Initiative ergreifen, mit der Bauwirtschaft, mit der Wohnungswirtschaft sich zusammensetzen und einfach mal analysieren, woran es liegt und wo Lösungsmöglichkeiten sind." Breitner schlägt befristete Förderprogramme vor. Die sollen sicherstellen, dass bereits zu Ende geplante, aber auch begonnene Bauprojekte zum Abschluss gebracht werden können.

Auch Preise für Bestandswohnungen steigen an

Mehr zahlen müssen Schleswig-Holsteiner aber nicht nur für den Neubau von Wohnungen. Auch schon vorhandene Immobilien werden immer teurer. So mussten Käufer zum Beispiel in Kiel im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr für Eigentumswohnungen zahlen als noch 2019. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Auch in Hamburg werden demnach Eigentumswohnungen immer teurer: Im Schnitt liegen sie jetzt bei mehr als 500.000 Euro. Eine Ausnahme bildet Lübeck - hier sind Wohnimmobilien 2020 rund 1,3 Prozent günstiger zu haben gewesen als im Jahr davor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.10.2021 | 17:00 Uhr

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