Stand: 17.02.2019 05:00 Uhr

Nach Havarie: Auftrag für Kieler Werften aus Oslo?

von Sebastian Baak

Die norwegische Fregatte "Helge Ingstad" ist bei Bergen havariert. Nun wird über Ersatz diskutiert.

Noch immer liegt die über 130 Meter lange Fregatte "Helge Ingstad" im Heltefjord nördlich der Hafenstadt Bergen auf Grund - fast komplett von der rauen See umspült. Lediglich Antennenmast und Schornstein schauen aus dem Wasser. Während die Bergungsmannschaften in diesen Tagen das Schiff heben wollen, wird in Norwegens Hauptstadt Oslo über Ersatz für das havarierte Schiff diskutiert. So schnell wie möglich, hat Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen vor dem Parlament betont, müsste etwas Neues her. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein könnten davon auch die beiden größten Werften in Kiel profitieren.

Internationale Fregattenbauprojekte werden untersucht

Verschiedene Optionen werden vom norwegischen Verteidigungsministerium zur Zeit untersucht. Unter anderem die Teilnahme an verschiedenen zur Zeit geplanten Fregattenneubauprojekten. Dabei wird auch das deutsche Projekt MKS 180 erwähnt. Um dieses milliardenschwere Programm bewerben sich German Naval Yards und ThyssenKrupp Marine Systems gemeinsam. Aus Sicht norwegischer Medien hätte der Kauf eines deutschen Schiffes einen entscheidenden Vorteil: Im Rahmen der deutsch-norwegischen Rüstungskooperation hat die Marine bereits entschieden, dass die MKS-180-Schiffe mit norwegischen Raketen bewaffnet werden sollen.

Oder doch ein zusätzliches U-Boot?

Eine weitere Option, die in Oslo erörtert wird, betrifft das deutsch-norwegische Abkommen zum gemeinsamen Bau von U-Booten. Bislang will Norwegen vier U-Boote bei ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel bauen lassen. In Norwegen wird auch geprüft, nicht eine neue Fregatten, sondern ein oder mehrere U-Boote zusätzlich zu bestellen. Ob Fregatte oder U-Boot: Die Baukosten belaufen sich jeweils auf rund eine Milliarde Euro. Auch wenn eine Entscheidung schnell kommen soll, bis der Ersatz für die havarierte Fregatte "Helge Ingstad" einsatzbereit ist, werden Jahre vergehen. Als Übergangslösung will Norwegen deshalb sechs kleine Küstenkorvetten wesentlich später ausmustern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.02.2019 | 08:00 Uhr

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