Kubicki: Laschet wird diese Woche vermutlich nicht überstehen

Stand: 28.09.2021 20:24 Uhr

Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis der CDU bei der Bundestagswahl vermutet Wolfgang Kubicki, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, dass sich CDU-Spitzenkandidat Laschet nicht mehr lange halten kann.

Die CDU hat bei der Bundestagswahl das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte geholt. Die Partei erreichte mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet 24,1 Prozent. Erste Parteiangehörige fordern nun personelle Konsequenzen. Und auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki, meint: "Ich vermute mal, dass Armin Laschet diese Woche nicht überstehen wird, weil die öffentlichen Beeinträchtigungen von ihm massiv sind - die immer stärker werden. Es gibt Rücktrittsforderungen jetzt zunächst von nachrangigen Persönlichkeiten. Das wird aber immer stärker."

Es gebe jetzt einen Machtkampf um den Fraktionsvorsitz. Seine Autorität werde öffentlich infrage gestellt, so Kubicki weiter. "Ich kann mir schwer vorstellen, wie er mit einer Union, die nicht komplett zu 100 Prozent hinter ihm steht, die Herausforderungen der nächsten Tage überstehen will", sagt der FDP-Politiker weiter. Auch die Möglichkeit eines Jamaika-Bündnisses hält Kubicki nicht mehr für sehr wahrscheinlich. Durch den Machtkampf in der Union seien die Chancen dafür eher gesunken als gestiegen.

Frage um Fraktionsführung

Am Dienstag traf sich die Union in Berlin zur Fraktionssitzung im Bundestag. Die Frage, wer neuer Fraktionschef wird, wurde, auch im Hinblick auf den Machtkampf, mit Spannung beobachtet. Armin Laschet hatte sich dafür eingesetzt, dass Fraktionschef Ralph Brinkhaus das Amt zunächst kommissarisch weiterführt. Und tatsächlich wird Brinkhaus nun weiter Fraktionschef bleiben - für ein halbes statt eines ganzen Jahres. Er wurde in der Sitzung der Fraktion am Abend gewählt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.09.2021 | 17:00 Uhr

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