Gewöhnlicher Schweinswal schwimmt in einem Aquarium. © xblickwinkel/McPHOTO/W.xRolfesx

Immer weniger Schweinswale in Nord- und Ostsee

Stand: 24.01.2021 15:07 Uhr

In Nord- und Ostsee gibt es immer weniger Schweinswale. Laut einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover ist allein der Bestand vor Sylt in den vergangenen 17 Jahren um 60 Prozent geschrumpft.

Als Gründe werden in der Studie unter anderem Lärm durch den Bau von Windkraftanlagen und die Fischerei genannt. Zwar gebe es Schutzgebiete für die etwa eineinhalb Meter langen Wale, sagt Dagmar Struß, die beim Naturschutzbund NABU für den Schutz der Schweinswale zuständig ist. Trotzdem dürfe man dort fischen oder mit dem Speedboot fahren.

Sylt: Schweinswale ziehen sich aus Schutzgebiet zurück

Besonders beunruhigend ist laut Studie die Tatsache, dass sich die Schweinswale aus ihrem wichtigsten Schutzgebiet vor Sylt stark zurückgezogen hätten. Dort sei die Zahl im Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2019 pro Jahr um durchschnittlich 3,8 Prozent zurückgegangen, heißt es. Dagegen stieg die Population weiter südlich in der Nordsee vor Borkum.

NABU: "Sie sterben uns einfach weg"

Die lärmempfindlichen Tiere werden inzwischen nur noch vier bis sechs Jahre alt - ursprünglich waren es 20 Jahre. "Dazu muss man wissen, dass die weiblichen Tiere erst mit drei bis fünf Jahren geschlechtsreif sind und dann pro Jahr maximal ein Kalb bekommen", erklärt Struß. "So können die Tiere ihre Population nicht erhalten. Sie sterben uns einfach weg." Sie befürchtet, dass der einzige heimische Wal bald ausstirbt, wenn er nicht besser geschützt wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.01.2021 | 15:00 Uhr

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