Stand: 30.09.2019 20:37 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Dräger und Gewerkschaft einigen sich auf Sparplan

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Der Lübecker Medizinkonzern Dräger hat sich mit der IG Metall auf einen Sparplan geeinigt.

Der Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Dräger hat sich in Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Demnach darf Dräger in den kommenden drei Jahren bis zu 50 Mitarbeitern kündigen. Nach Angaben der IG Metall soll ein Großteil der Arbeitsplätze aber dadurch wegfallen, dass freiwerdende Stellen - wie zum Beispiel durch Erreichen der Rente - nicht neu besetzt werden. Dräger hatte die Kostensenkungen aufgrund der schwachen Ergebnisentwicklung Ende August angekündigt. In den kommenden drei Jahren will Dräger 120 Millionen Euro netto einsparen.

Für die Gewerkschaft ist das Eckpunktepapier ein Erfolg: Dräger habe ursprünglich geplant, bis zu 150 Arbeitsplätze abzubauen. Damit seien 100 Stellen gerettet worden, erklärte ein Sprecher der IG Metall. "Angesichts der Ausgangslage ist das ein gutes und akzeptables Ergebnis für die Beschäftigten. Deswegen hat das Paket am Ende des Tages ein wenig Schatten, aber viel Licht - und damit gilt es jetzt, die Zukunft zu gestalten", sagte Daniel Friedrich von der IG Metall. Auch Unternehmenschef Stefan Dräger spricht von einem guten Ergebnis: "Wir glauben, dass wir Kündigungen weitestgehend vermeiden können und den Stellenabbau nur noch in etwas kleinerem Umfang brauchen."

Einigung im Streit um Sparmaßnahmen bei Dräger

Schleswig-Holstein Magazin -

Nach einem Verhandlungsmarathon haben das Medizin-Unternehmen Dräger, Betriebsrat und IG Metall ihre Einigung verkündet. Demnach soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

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Mitarbeiter verzichten auf Tariferhöhungen

Das Papier sieht auch vor, dass die Mitarbeiter über einen Zeitraum von drei Jahren auf Tariferhöhungen verzichten werden. Dafür sollen sie am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Die Arbeitnehmer hatten bereits im Vorfeld angeboten, auf Lohn zu verzichten, um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hält die Maßnhamen für richtig. "Ich empfinde das als eine notwendige Maßnahme, um die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Sicherheit der anderen Arbeitsplätze bei Dräger zu gewährleisten. Denn Dräger ist ein großes und wichtiges Unternehmen in Schleswig-Holstein. Dass die Tarifparteien da verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, ist eigentlich nur zu begrüßen", sagte Buchholz.

Firma beschäftigt weltweit gut 14.000 Mitarbeiter

Dräger selbst sieht eine Ursache für das Hineinrutschen in die roten Zahlen in gestiegenen Kosten für den Vertrieb, aber auch in der größer werdenden Konkurrenz im Medizintechnikbereich. Die Firma beschäftigt weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter.

Dräger: Mit kleinem Ventil fängt alles an

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.09.2019 | 17:00 Uhr

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