Stand: 22.05.2020 12:56 Uhr

Himmelfahrt-Bilanz: Das sagt die Polizei in SH

"So einen ruhiges und friedliches Himmelfahrtsfest hatten wir lange nicht", meinte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waak (CDU). Sie war zufrieden mit dem Verhalten der Menschen. Auch die Landespolizei berichtete von einem ruhigen Tag an Himmelfahrt und nur einigen wenigen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Viele Hörer, Zuschauer und Nutzer von NDR Schleswig-Holstein hatten den Feiertag aber ganz anders wahrgenommen. Sie berichteten vor allem auf NDR.de, im Messenger der NDR Schleswig-Holstein App und in den sozialen Medien von Verstößen gegen die Schutzmaßnahmen und völlig überfüllten Promenaden, Cafés und Parks. NDR Schleswig-Holstein hat deshalb bei der Polizei noch mal nachgefragt, wie es zu dieser unterschiedlichen Wahrnehmung kommt.

Polizei: Menschen schätzen Situation manchmal falsch ein

Polizei-Pressesprecher Torge Stelck vermutet, dass einige Menschen die Situationen einfach falsch einschätzen: "Wir haben keine Ausgangssperre, sondern Kontaktbeschränkungen. Ich habe den Eindruck, dass das in der öffentlichen Wahrnehmung das eine oder andere mal so ein bisschen durcheinandergerät." Nicht jeder gut frequentierte Platz und auch nicht jeder gut belegte Strand strotzten vor Verstößen gegen die Corona-Verordnung. Die Polizei schaue genau hin, meinte Stelck und ergänzte: Wer meine, Verstöße zu beobachten, solle sie bei der Polizei melden und nicht im Internet veröffentlichen.

Verstöße an Himmelfahrt laut Einsatzkräfte überschaubar

Laut Stelck waren 460 Beamte am Vatertag landesweit zusätzlich im Einsatz. Von Donnerstagmorgen bis Freitagfrüh gab es nach Polizeiangaben zwar landesweit insgesamt 1.500 Einsätze, die Zahl sei damit aber im durchschnittlichen Rahmen geblieben. Landesweit gab es demnach eine überschaubare Zahl an Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und die Landesverordnung. So habe es beispielsweise im Raum Kiel nur 45 himmelfahrtsbezogene Einsätze gegeben.

"Es ist auf das besonnene und vernünftige Verhalten der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner und ihrer Gäste zurückzuführen, dass trotz eines insgesamt regen Ausflugsverkehrs bei strahlendem Sonnenschein kaum polizeiliches Einschreiten erforderlich war", sagte Sütterlin-Waack.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.05.2020 | 12:00 Uhr

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