Stand: 02.04.2020 14:26 Uhr

Corona-Tests: Analyse-Marathon in Geesthacht

Wenn Menschen auf Corona getestet werden, dann kommen Proben auch hier an: im Labor der Firma LADR in Geesthacht. Seit der Corona-Krise ist hier noch mehr zu tun, als sonst schon. Rund 1.300 Proben bringt der Lieferdienst täglich. Und die Labormitarbeiter müssen die abarbeiten.

Arbeit mit offener Probe - nur mit Schutzmaske

Wie aber analysieren sie die Corona-Proben? Nachdem die Proben mit dem Scanner erfasst wurden, öffnen Mitarbeiter die Röhrchen und nehmen das Wattestäbchen mit dem Rachenabstrich heraus. Das Stäbchen stecken sie dann in eine Lösung. "Wenn wir mit der offenen Probe arbeiten, wird nochmal ein zusätzlicher Schutzkittel übergezogen und eine Atemschutzmaske", erklärt Jan Kramer, Ärztlicher Leiter des Geesthachter Labors.

Viren werden bei den Analyse aufgebrochen

Danach werden die Proben in ein Gerät geschoben und vollautomatisch analysiert - nach der PCR-Methode - der Polymerase-Kettenreaktion. "In diesem Bereich werden die Viren mechanisch und chemisch aufgebrochen, so dass sich deren Erbsubstanz freisetzt", erklärt Labormitarbeiter Armin Pahl. Dann wird ihre Erbsubstanz vermehrt. Denn es braucht eine bestimmte Menge, damit ein Licht-Detektor es nachweisen kann.

Coronavirus - ja oder nein? Eine Tabelle verrät es

Die Probe wird abwechselnd gekühlt und erhitzt. Ein dazu gegebenes Enzym sorgt dann dafür, dass innerhalb von wenigen Stunden Millionen von kopierten DNA-Strängen entstehen - wenn in der Probe ein Virus enthalten war. Am Ende spuckt das Gerät eine Tabelle aus, aus der hervorgeht, bei welchen Patienten eine Corona-Infektion vorliegt - und bei welchen nicht.

Die Analyse im Labor dauert nur wenige Stunden, doch bis das Ergebnis da ist, kann es schon mal einige Tage dauern: Reagenzien sind knapp und es kostet Zeit, zuerst die Proben und später die Testergebnisse zu verschicken.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.04.2020 | 19:30 Uhr

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