Auf dem Bild ist im unteren linken Bildrand ein Kettenanhänger zu sehen, in den ein M, W oder V reingeritzt wurden. Rechts daneben ist die Zahl 34 abgebildet und über den beiden Sachen liegt ein Lineal, was die Größe des Kettenanhängers messen soll. Er ist circa 2,5 Zentimeter breit. © LKA SH

Cold Case Unit: Lübecker Mordfall nach 43 Jahren neu aufgerollt

Stand: 13.08.2021 14:15 Uhr

Das Landeskriminalamt in Kiel ermittelt jetzt in dem Mordfall Bärbel K. von vor 43 Jahren. Die 31-Jährige aus Lübeck war tot in ihrem Schlafzimmer gefunden worden. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

von Linda Ebener

Bärbel K. aus Lübeck wurde am 8. Februar 1978 im eigenen Schlafzimmer in der Wohnung der Familie am Lübecker Marquardplatz 10 erwürgt. Während des Vorfalls spielte ihr kleiner Sohn im Vorgarten, ihr Mann war bei der Arbeit. Geklärt wurde der Mord nie. Die dazu gebildete "Cold Case Unit" des Landeskriminalamtes Kiel, bestehend aus sechs Ermittlern, hat jetzt neue Zeugen und neue Erkenntnisse gewonnen und hofft auf entscheidende Hinweise.

Zu sehen ist Bärbel K. aus Lübeck, sie hat dunkle kurze Haare und lächelt in die Kamera. Sie trägt hängende Perlenohrringe und eine rot, schwarz, weiß gestreifte Bluse. Im Hintergrund ist eine grüne Tapete mit Muster zu sehen.  Foto: LKA SH
Bärbel K. wird 1978 ermordet, der Fall ist bis heute ungeklärt. Die Landeskriminalpolizei sucht weitere Zeugen.

Kriminalhauptkommissar Hajo Plähn sieht vor allem den langen Zeitraum seit dem Mord als Herausforderung. "Die Schwierigkeiten sind, dass der Mord 1978 war. Bei vielen Zeugen ist die Erinnerung verblasst, aber wir haben auch noch Zeugen, die können sich sehr gut an die damalige Zeit erinnern. Das hat uns geholfen und wir haben das Gefühl, dass wir noch nicht alle erreicht haben, die uns was sagen können."

DNA-Überprüfungen nach 43 Jahren

Nach fast einem halben Jahrhundert suchen die Ermittler Hinweise, sagt Kriminalhauptkommissar Hajo Plähn. Heutzutage stünden der Polizei viel bessere Ermittlungsmöglichkeiten offen. Eine detaillierte DNA-Analyse gab es damals noch nicht, so Plähn. "Wir haben alle Asservate und alle Spurenträger noch mal untersuchen lassen. Es gab schon DNA-Fragmente, die kurz nach der Jahrtausendwende gewonnen werden konnten. Mit dem Stand der heutigen Kriminaltechnik haben wir jetzt ein vollständiges DNA Profil, das können wir abgleichen."

Zeugensuche zum Mordfall Bärbel K. geht weiter

Auf dem Bild ist im unteren linken Bildrand ein Kettenanhänger zu sehen, in den ein M, W oder V reingeritzt wurden. Rechts daneben ist die Zahl 34 abgebildet und über den beiden Sachen liegt ein Lineal, was die Größe des Kettenanhängers messen soll. Er ist circa 2,5 Zentimeter breit. © LKA SH
Die Kette ist ein Beweisstück vom Mordfall Bärbel K. aus Lübeck. Es handelt sich um Modeschmuck, in den ein "M" und ein "W" oder ein "V" geritzt wurden, vermutet das Landeskriminalamt.

Die Cold Case Unit versucht vor allem weitere Stammgäste der Gaststätte "Lilly II" in Lübeck zu finden, bei der die damals 31-jährige Bärbel K. gearbeitet hat. Außerdem gab es zur Tatzeit Bauarbeiten am Wohnhaus von Bärbel K. Die Ermittler versuchen herauszufinden, welche Firmen zu dem Zeitpunkt dort gearbeitet haben. Darüber hinaus wurde am Tatort eine Kette mit einem runden Anhänger gefunden, auf dem ein "M" und ein "W" oder ein "M" und ein "V" eingeritzt wurden, vermutet Plähn. Wer Hinweise zum Fall Bärbel K. vom 8. Februar 1978 hat, soll sich an das Landeskriminalamt Kiel wenden.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.08.2021 | 15:00 Uhr

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