Stand: 21.10.2019 13:29 Uhr

Appen: Feuerwehrmann nach Attacke geschockt

Der Kreisfeuerwehrverband spricht von einem beschämenden Vorfall: Ein Feuerwehrmann ist in Appen (Kreis Pinneberg) von einem Autofahrer angefahren worden. Der Mann am Steuer hatte am Sonntagnachmittag offenbar die Geduld verloren, weil die Landesstraße 105 zwischen Wedel und Appen wegen einer Ölspur mehrere Stunden voll gesperrt war. Der 77-Jährige - so der Kreisfeuerwehrverband - fuhr wohl mit voller Absicht auf den Feuerwehrmann zu. Ein Strafantrag ist gestellt.

Autofahrer hält offenbar zwei Mal auf Feuerwehrmann zu

Der Autofahrer wollte die Sperrung an der Kreuzung zur Wedeler Chaussee offensichtlich nicht hinnehmen. Wie die Polizei mitteilte, fuhr er über die Gegenfahrspur an mehreren wartenden Fahrzeugen vorbei und versuchte, an dem Feuerwehrmann vorbeizufahren, um Richtung Wedel abzubiegen. Der Feuerwehrmann ging auf den Wagen zu, um zu signalisieren, dass die Straße wegen der Reinigungsarbeiten noch gesperrt ist. Doch der Rentner reagierte nicht auf Handzeichen und hielt weiter auf den 36-Jährigen zu und touchierte ihn mit seinem Wagen am Knie. Nach einer kurzen Diskussion - so Polizei und Kreisfeuerwehrverband - rollte das Auto erneut in Richtung der gesperrten Straße und auf den Feuerwehrmann zu. Der brachte sich mit einem Sprung auf die Motorhaube in Sicherheit. Der leicht verletzte Feuerwehrmann konnte im Dienst bleiben, wollte aber am Montag wegen der Knieverletzung zum Arzt gehen. Die Polizei nahm den Unfall auf. Der Feuerwehrmann stellte einen Strafantrag.

Feuerwehrmann geschockt und fassungslos

Der 36-Jährige sei ziemlich geschockt, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Pinneberg, Michael Bunk, NDR Schleswig-Holstein: "Der Kamerad war ziemlich fassungslos, dass das passiert ist. Dass man sich in endlose Diskussionen verstricken muss mit Autofahrern, kennen wir. Dass dann aber tatsächlich ein Kamerad angefahren wird, wenn es auch nur leicht ist, das haben wir hier im Kreis Pinneberg bislang noch nicht erlebt." Und Kreiswehrführer Frank Homrich sagt zu dem Vorfall: "Ich finde es beschämend, dass ein Autofahrer, für dessen Sicherheit wir im Einsatz sind, es billigend in Kauf nimmt, Einsatzkräfte zu verletzen". Er unterstrich, dass alle Feuerwehrleute im Kreis Pinneberg ehrenamtlich im Einsatz sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.10.2019 | 12:00 Uhr

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