Kühe blicken aus einem Tiertransporter (Lkw). © picture alliance / dpa Foto: Ulrich Perrey

Tiertransport nach Marokko: Verwaltungsgericht kippt Verbot

Stand: 22.05.2021 11:47 Uhr

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat das Verbot eines Tiertransports aus dem Emsland nach Marokko aufgehoben. Ab Dienstag könnte es losgehen - wenn der Beschluss nicht angefochten wird.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte den geplanten Transport von Zuchtrindern per Erlass untersagt. Dagegen hat sich das Rinderzuchtunternehmen gewehrt und Recht bekommen: Ab kommenden Dienstag dürfen nach aktuellem Stand 528 Kühe aus dem Emsland nach Marokko gebracht werden - wenn der Beschluss nicht angefochten wird. Das ist mit einer Beschwerde vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht möglich.

Kein Transport mit tragenden Kühen in Drittstaaten

Aus Niedersachsen solle kein Transport mit tragenden Kühen in unsichere Drittstaaten gehen, hatte Otte-Kinast ihren Erlass begründet. Dort könnten die Tiere nicht angemessen gehalten werden, vor allem wegen Landschaft und Klima in Marokko. Außerdem bestehe die Gefahr, dass man die emsländischen Hochleistungs-Milchkühe dort schlachte, ohne sie zu betäuben.

Gericht: Keine Anhaltspunkte für tierschutzwidrige Haltung

Diese Annahmen seien viel zu allgemein gehalten und träfen auch nicht zu, hielt das Rinderzuchtunternehmen dagegen und reichte einen Eilantrag beim zuständigen Verwaltungsgericht in Osnabrück ein. Die Verwaltungsrichter argumentierten, der Bescheid enthalte keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die Rinder in Marokko nicht entsprechend dem nationalen Tierschutzstandard gehalten werden können. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass die tragenden Rinder zum Zweck einer tierschutzwidrigen Schlachtung oder Schächtung exportiert würden. Bei dem Abnehmer in Marokko handele es sich um einen Molkereibetrieb, so die Richter.

Bereits Anfang Mai wollte das Landwirtschaftsministerium verhindern, dass 270 Rinder von Aurich nach Marokko transportiert werden. Auch dieses Verbot wurde vom Verwaltungsgericht Oldenburg gekippt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.05.2021 | 08:00 Uhr

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