Osnabrück: Große Nachfrage nach Corona-Schnelltests

Stand: 16.02.2021 07:50 Uhr

Als erste Stadt in Niedersachsen bietet Osnabrück seit Montagmorgen kostenlose Corona-Schnelltests an. Am ersten Tag kamen bereits fast 400 Menschen.

Wie die Stadt mitteilte, fielen vier Tests positiv aus. Das kostenlose Angebot soll es für zunächst vier Wochen geben. Es richtet sich insbesondere an Menschen, die bei ihrer Arbeit gezwungenermaßen mit vielen Personen in Kontakt sind, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Also beispielsweise Beschäftigte in Kindertagesstätten, Lehrkräfte, Schüler in den Abschlussklassen und Verkäufer. Generell kann sich aber jeder, der in Osnabrück wohnt oder arbeitet, einmal pro Woche kostenlos testen lassen. Die Hoffnung ist, so die weitere Ausbreitung der britischen Mutation B.1.1.7 einzudämmen.

Stadt geht von bis zu 1.000 Tests wöchentlich aus

Die Stadt hat die Betreiber von zwei bereits bestehenden privaten Schnelltestzentren mit der Umsetzung beauftragt. Die Leiterin des Osnabrücker Corona-Krisenstabs, Katharina Pötter, geht von rund 1.000 Tests pro Woche aus. "Wenn wir mehr Tests brauchen, weil mehr Interesse besteht, werden wir entsprechend aufstocken." Die Stadt rechnet mit Kosten von etwa 20.000 bis 25.000 Euro pro Woche.

Ranfahren, Fenster runter, testen lassen

Die Einrichtungen sind an vier Tagen in der Woche geöffnet: Montag und Donnerstag von 7 bis 13 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 14 bis 18 Uhr. Termine können über das Internet gebucht werden. Beide Testzentren arbeiten laut NDR 1 Niedersachsen als Drive-In-Stationen. Das heißt: Der Abstrich erfolgt durch die geöffnete Fensterscheibe eines Autos. Das Ergebnis kommt anschließend per SMS oder E-Mail. Ähnlich unkompliziert sollen auch Fußgänger und Fahrradfahrer getestet werden, wie einer der Betreiber des Testzentrum sagte.

"Auch Menschen ohne Symptome testen"

Zwar ist die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt zurückgegangen, dennoch sei die Gefahr durch das Virus nach wie vor da, sagte Krisenstabs-Leiterin Pötter. Vor allem eines mache ihr Sorgen: das verstärkte Auftreten der britischen Mutante in der Region. Seit vergangener Woche wisse man, dass es doch mehr Infektionen damit gibt als bisher bekannt. "Sie ist deutlich ansteckender und damit müssen wir schneller sein, als das Virus in Erscheinung tritt und auch Menschen ohne Symptome testen." Die Stadt will mit der neuen Teststrategie die Zeit überbrücken, bis möglicherweise Corona-Schnelltests für den Hausgebrauch auf den Markt kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.02.2021 | 15:00 Uhr

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