Stand: 13.05.2020 14:47 Uhr

Lange Umwege für Schiffe nach Brückenunfall

Eine Brücke ist nach einer Kollision mit einem Schiff beschädigt. © Nord-West-Media TV
Das Mittelteil der Brücke stürzte bei dem Unfall in den Kanal.

Wegen der am Montag von einem Schiff zerstörten Brücke bei Emsbüren kommt es am Dortmund-Ems-Kanal zu erheblichen Behinderungen. Rund 20 Frachtschiffe pro Tag müssen bis auf Weiteres auf dem Weg zu ihren Zielhäfen große Umwege in Kauf nehmen. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee ist davon besonders der Ölhafen Lingen betroffen.

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Eine kaputte Brücke über dem Dortmund-Ems-Kanal
2 Min

Brücke nach Schiffskollision eingestürzt

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Emsbüren hat ein Frachtschiff die Kunkenmühlebrücke gerammt. Das Mittelteil des Bauwerks stürzte ins Wasser. Der Kanal ist gesperrt. 2 Min

Umwege von bis zu 400 Kilometern

Bei der BP Raffinerie in Lingen werden jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Brennstoffe umgeschlagen. Die Umwege für Schiffe aus dem Ruhrgebiet würden bis zu 400 Kilometer betragen, sagte ein Sprecher. Die Frachtschiffe können nun nur noch entweder über Mittellandkanal, Weser und Küstenkanal oder über den Rhein via der Niederlande nach Lingen fahren. Auch der Eurohafen in Haren, das Güterverteilzentrum in Dörpen und der Seehafen in Papenburg sind betroffen.

Monatelange Sperrung befürchtet

Möglicherweise wird es Monate dauern, bis wieder Schiffe die Unfallstelle passieren können. Die Arbeiten stünden erst am Anfang, sagte Ulrich Wieching vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rheine. Unter anderem würde ein Schwimmkran benötigt. Die noch stehenden Brückenteile seien einsturzgefährdet und müssten entfernt werden, um die Bergungsarbeiten nicht zu gefährden, sagte Wieching. Erst danach könne das in den Kanal gestürzte Mittelteil geborgen werden. Die Brücke sollte in einigen Jahren ohnehin abgerissen werden. Gesperrt bleibt vorerst der Abschnitt zwischen den Schleusen Venhaus und Hesselte.

Zu wenig Ballastwasser als Unfallursache

Die Unfallursache ist aus Sicht der Polizei geklärt: Das unbeladene Frachtschiff soll zu wenig Ballastwasser in den Tanks gehabt haben, so dass der Bug zu weit aus dem Kanal ragte und die Brücke einriss. Der 65-jährige Schiffsführer gilt laut Polizei als erfahren und stand zum Zeitpunkt des Unfalls nicht unter Alkoholeinfluss.

Kanal verbindet Ruhrgebiet mit Emden

Die betroffene Brücke wurde 1954 gebaut und war über 60 Meter lang. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1899 verbindet der 225 Kilometer lange Kanal das östliche Ruhrgebiet mit dem Seehafen von Emden. Der Unfallort liegt nur wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei Kanalkilometer 131.

Karte: Schiffsunfall auf dem Dortmund-Ems-Kanal

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Eine Brücke ist nach einer Kollision mit einem Schiff beschädigt. © Nord-West-Media TV

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Ein Frachtschiff hat auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Emsbüren eine Brücke gerammt. Das Mittelteil des Bauwerk stürzte ins Wasser. Der Kanal ist vorerst gesperrt. (12.05.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 13.05.2020 | 14:30 Uhr

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