Stand: 22.09.2020 15:33 Uhr

Knackt der Findling von Hüven den Landesrekord?

Zwei Menschen stehen neben einem Erdloch, in dem ein 70 Tonnen schwerer Felsen liegt. © NDR Foto: Hedwig Ahrens
Hüvens stellvertretender Bürgermeister Alfons Kohne (l., CDU) und Landwirt Tobias Dörtelmann nehmen den Stein in Augenschein.

Für den im Emsland gefundenen Findling interessiert sich jetzt auch das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Geologie und Energie (LBEG). Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Die Behörde will den geschätzt rund 70 Tonnen schweren und rund fünf Mal fünf Meter großen Findling genauer unter die Lupe nehmen. Ob er zum Rekord-Findling wird, steht aber noch nicht fest. Klarheit darüber habe man erst, wenn der Stein aus dem Acker von Hüven am Haken hänge. Dann könne man mithilfe eines Krans das Gewicht messen, sagte LBEG-Sprecher Eike Bruns.

Eines der größten Exemplare in Niedersachsen?

Wenn das Gewicht dann tatsächlich 70 Tonnen betrage, dann stehe der Brummer sicherlich sehr weit oben auf der Liste der schwersten Findlinge. Aber schon jetzt sei klar, dass er zu den größten Exemplaren in Niedersachsen gehöre. Das Landesamt will jetzt eine Gesteinsprobe vom Hüvener Findling nehmen. Dazu werde ein Stück abgeschlagen, sagte Bruns. Das LBEG interessiert sich auch dafür, aus welchem Gestein er besteht und woher der Findling ursprünglich kommt.

Hüven darf den Findling in der Ortsmitte aufstellen

Wenn sich bestätigt, dass der Stein in der Eiszeit - also vor mehreren Zehntausend Jahren von einem Gletscher in den Hümmling gelangt ist, dann könnte der Findling zum Naturdenkmal erklärt werden, sagte Bruns. Die Gemeinde Hüven dürfe ihn dann trotzdem in der Ortsmitte aufstellen - denn das sei gängige Praxis auch schon an anderen Orten in Niedersachsen. Beim Landkreis geht man schon davon aus, dass der Stein vermutlich in der Eiszeit bis zum Hümmling geschoben wurde. Steine, die durch den "Eiszeit-Schub" im Emsland strandeten, wurden etwa ab 3.800 vor Christus für den Bau von Großsteingräbern verwendet - solche Gräber sind auch rund um Hüven zu finden.

Transport kostet rund 35.000 Euro

Für den Transport haben sich mittlerweile drei Unternehmen bei der Kommune gemeldet- sie sucht aber noch Unterstützer, die die Kosten von 35.000 Euro mittragen. Am Wochenende waren rund 1.000 Schaulustige beim Findling auf dem Acker, schätzt Hüvens stellvertretender Bürgermeister Alfons Kohne (CDU). Der Fundort ist mittlerweile zur Sicherheit abgesperrt.

Was kratzt an unserem Pflug?

Jahrzehntelang hatte sich die Familie Dörtelmann über den steinigen Untergrund auf dem Acker geärgert - beim Pflügen kratzte das Metall über die harte Oberfläche, Maschinen gingen kaputt. Zwei Versuche, den Stein freizulegen, schlugen fehl. Der Brocken war einfach zu groß. Das kratzende Problem dürfte sich für Bauer Tobias Dörtelmann mit der geplanten Hebung des Findlings in absehbarer Zeit erledigt haben - alles was dann bleibt, ist ein ziemlich großes Loch in seinem Acker.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 18.09.2020 | 17:00 Uhr

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