Geldautomaten-Sprengungen: Osnabrück wird neue Zentralstelle

Stand: 05.10.2022 12:58 Uhr

Die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen hat in Niedersachsen stark zugenommen. Ab Dezember soll eine neue Ermittlereinheit bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück für alle Fälle zuständig sein.

Mit der Einrichtung der neuen Zentralstelle will das niedersächsische Justizministerium auf die immer häufiger vorkommenden Sprengungen reagieren. Die Wahl fiel deshalb auf Osnabrück, weil die meisten Täter aus den benachbarten Niederlanden nach Niedersachsen einreisen. Deshalb bestünden in Osnabrück bereits gute Kontakte zu den Strafverfolgungsbehörden des Nachbarlandes, hieß es aus dem Justizministerium.

VIDEO: Unbekannte sprengen Geldautomat in Ganderkesee (28.10.2022) (1 Min)

Festsprengstoff macht die Gefahr unkalkulierbarer

"Die Sprengungen von Geldautomaten gehören zu den gemeingefährlichsten Taten unserer Zeit", sagte Justizministerin Barbara Havliza (CDU). "Es grenzt an ein Wunder, dass die immer wuchtigeren Explosionen noch zu keinem Unglück geführt haben." Die Täter nutzten inzwischen größtenteils Festsprengstoff, was die Taten zu einer unkalkulierbaren Gefahr mache, hieß es aus dem Ministerium. Oftmals sei die Statik der betroffenen Gebäude gefährdet oder sie stürzten ein. Für die Bewohner der Gebäude bestehe eine reale Gefahr.

53 gesprengte Geldautomaten bis Anfang November

Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen 55 Geldautomaten gesprengt. 2015 waren es noch 30 Sprengungen. In diesem Jahr zählten die Behörden mit Stand vom 1. November 53 Fälle. Die Strategie, Ermittlungsarbeit in einem Themenbereich zu bündeln, ist nicht neu. In Niedersachsen gibt es bereits fünf weitere Zentralstellen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ist zum Beispiel für Landwirtschaftsangelegenheiten zuständig und die in Göttingen für Hasskriminalität im Internet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.10.2022 | 13:00 Uhr

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