Stand: 08.06.2020 21:09 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Fall Münster: Verdächtige aus Hannover schweigen

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Die Ermittler entdeckten Spuren, die auch nach Hannover führten.

In den Kindesmissbrauchs-Skandal von Münster sind auch zwei Männer aus Hannover involviert. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, werden ein 29-Jähriger und ein 35-Jähriger verdächtigt, an den grausamen Taten beteiligt gewesen zu sein. Der Ältere sitzt in Untersuchungshaft, der Jüngere wurde mittlerweile wieder freigelassen. Sie schweigen bislang zu den Vorwürfen.

Kindesmissbrauch: Elf Tatverdächtige festgenommen

Hallo Niedersachsen -

Die Polizei hat bei einem Schlag gegen Kinderpornografie elf Personen festgenommen, ein Mann kommt aus Hannover. Drei Jungen wurden in Münster offenbar schwer missbraucht.

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Festplatte zeigt Missbrauch durch 35-Jährigen

Die beiden Männer standen offenbar im engen Kontakt mit dem 27-jährigen Hauptbeschuldigten aus Münster. Als dieser Mitte Mai festgenommen wurde, war sein zehnjähriger Stiefsohn gerade mit ihnen unterwegs. Zu dem Zeitpunkt hatte die Polizei noch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Männer ebenfalls etwas mit dem sexuellen Missbrauch des Jungen zu tun haben könnten. Deshalb wurden sie zunächst nicht verhaftet. Auf einer am vergangenen Donnerstag von den Ermittlern entdeckten Festplatte soll dann aber eindeutig zu sehen gewesen sein, wie sich der 35-Jährige an dem Zehnjährigen und einem fünf Jahre alten Jungen vergeht. Daraufhin wurde er noch am selben Tag festgenommen. Ob und wie viele weitere Taten den Männern aus Hannover zugeschrieben werden können, ermitteln jetzt Polizei und Staatsanwaltschaft.

Helfen härtere Strafen gegen Kinderpornografie?

Hallo Niedersachsen -

Nach dem Kindesmissbrauchsfall in Münster werden erneut härtere Strafen gefordert. Der Hauptverdächtige war bereits zweifach wegen Besitz von Kinderpornografie vorbestraft.

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Missbrauchsbeauftragter beklagt Wegsehen

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Ermittler hätten "Unmengen" kinderpornografisches Material gefunden, sagte Joachim Poll von der Polizei Münster am Sonnabend.

Unterdessen hat der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, das direkte soziale Umfeld der Opfer scharf kritisiert. Er beklagte ein Klima des Wegsehens. "Die betroffenen Kinder haben ein soziales Umfeld. Sie haben Nachbarn, gehen in Kitas, Schulen oder Sportvereine", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es kann nicht sein, dass nie jemand etwas bemerkt haben will", so Rörig. Der Bundesbeauftragte fordert mehr Wachsamkeit und Prävention. "Der Kampf gegen sexuelle Gewalt muss als nationale Aufgabe verstanden werden. Ich erwarte, dass das Thema bei allen Entscheidungsträgern in der Politik endlich ankommt und dort als Querschnittsthema überall mitgedacht wird."

Bisher drei Opfer identifiziert

Nach Ermittlungen der Polizei Münster (Nordrhein-Westfalen) wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sind am Wochenende elf Tatverdächtige vorübergehend festgenommen worden. Sieben Personen kamen in Untersuchungshaft. Es handelt sich den Angaben der Staatsanwaltschaft Münster zufolge um sechs Männer und eine Frau. Als Opfer haben die Ermittler drei Jungen im Alter von fünf, zehn und zwölf Jahren identifiziert. Die Kinder, insbesondere der Zehnjährige, sollen wiederholt und sehr schwer missbraucht worden sein. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonnabend in Münster mit. Die Missbrauchshandlungen sollen vom November 2018 bis Mai 2019 stattgefunden haben. Keiner der Beschuldigten habe sich bislang geäußert.

Mutter des Hauptverdächtigen soll geholfen haben

Die Mutter des 27-Jährigen aus Münster gehört ebenfalls zu den Beschuldigten. Die Ermittler schilderten in einer Pressekonferenz am Sonnabend eine besonders grausame Tat, die sich in einer Gartenlaube in Münster abgespielt haben soll. Die Mutter des 27-Jährigen habe ihrem Sohn die Laube zur Verfügung gestellt im Wissen, was dort passieren würde. Wie am Sonntag bekannt wurde, arbeitete die 45-Jährige nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu ihrer Festnahme als Erzieherin in einem Kindergarten. In der Laube haben Ermittler versteckte Festplatten, Aufnahmegeräte, Videokameras und anderes technisches Material sichergestellt. Mit Überwachungskameras sei die Laube von außen gesichert gewesen.

Angehörige haben Kinder im Darknet angeboten

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Der zehnjährige Junge sei der Sohn der Lebensgefährtin des Hauptbeschuldigten, sagte Martin Botzenhardt von der Staatsanwaltschaft Münster.

Bei den Verdächtigen handelt es sich zum Teil um Familienangehörige der Kinder, darunter ein Vater und ein Onkel. Die Taten sollen die Täter gefilmt und im Darknet verbreitet haben. Der Hauptbeschuldigte soll den zehnjährigen Jungen auch im Darknet zum Missbrauch angeboten haben. Mehrere der Beschuldigten seien IT-Experten. Entsprechend verschlüsselt und gesichert waren die von den Verdächtigen genutzten Handys und Server, so die Ermittler. Der 27-Jährige habe in einem klimatisierten Keller in Münster mehrere stark verschlüsselte Server betrieben. Auch Filmanlagen zum Aufnehmen der Taten waren demnach professionell. Bei Durchsuchungen haben Ermittler nach eigenen Angaben "Unmengen" an Daten gefunden. Das Speichervolumen der sichergestellten Daten liege nach ersten Erkenntnissen bei mehr als 500 Terabyte.

27-Jähriger bereits wegen Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt

Begonnen hatten die Ermittlungen bereits Ende 2018 durch kinderpornografische Bilder, die im Internet angeboten wurden, sagte Joachim Poll von der Polizei Münster. Im April 2019 habe man eine IP-Adresse ermittelt, die nach Coesfeld führte. Der Beschuldigte ist IT-Techniker und war in Coesfeld auf einem Bauernhof für die IT der Biogasanlage zuständig. Der 27-jährige Hauptbeschuldigte wurde bereits am 14. Mai verhaftet. Er wurde in der Vergangenheit bereits zweimal verurteilt, weil er Kinderpornografie im Internet verbreitet hatte.

WDR.de
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Bundesweiter Fall von schwerem Kindesmissbrauch

Bei Ermittlungen in einem neuen bundesweiten Missbrauchsfall sind elf Tatverdächtige festgenommen worden. Die Polizei Münster hat drei Kinder als Opfer identifiziert. Mehr bei WDR.de. extern

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 06.06.2020 | 18:00 Uhr

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