Stand: 21.09.2019 19:53 Uhr

Bad Iburg: Neu-Winzer erntet erste Trauben

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr in Bad Iburg Wein gelesen. Dort hat ein Jungbauer im vergangenen Jahr auf insgesamt 1,5 Hektar Fläche rund 5.000 Reben gepflanzt. Bereits im August sei ein Teil des Weins auf dem "Teutoburger Südhang" gelesen worden, sagt Jan Brinkmann. Nun sei der Rest geerntet worden. Er rechne mit 800 bis 900 Kilogramm Weintrauben. Am Ende soll das für rund 600 Flaschen Wein reichen.

Erfolgreiche Weinernte in Bad Iburg

Zwei Weiße und ein Roter

Der Bad Iburger Winzer baut mit "Helios" und "Solaris" zwei Weißweinsorten und mit "Regent" eine Rotweintraube an. Man habe bei der Auswahl auf pilzresistente Sorten geachtet, so Brinkmann. Wegen des Klimawandels sei es inzwischen warm genug für den Weinanbau in der Region. Allerdings habe sich die Trockenheit bei den jungen Rebstöcken in diesem Sommer doch gezeigt: "Wir haben viel weggeschnitten." Es sei den Trauben anzusehen, dass die Pflanzen Stress hatten.

Weinausbau in Rheinhessen

In diesem Jahr geht es bei dem Neu-Winzer noch nicht um den Ertrag. Es gehe vielmehr um die Pflanzenentwicklung der noch jungen Reben. Nach der Lese werden die Weintrauben allerdings nicht auf dem heimischen Hof weiter verarbeitet. Brinkmann bringt die Trauben nach Rheinhessen. In Pfaffen-Schwabenheim werde bei einem anderen Winzer der Wein hergestellt. "Den ganzen Ausbau mache ich da unten", sagt Brinkmann. Er helfe auf dem rheinhessischen Weingut bei der Ernte mit und könne Erfahrungen sammeln.

Winzer in Ausbildung

Der Geschmack des Weines komme in erster Linie aus dem Weinberg, so der Landwirt. "Ob es ein guter Wein wird oder ich ihn verhaue, entscheidet sich dann beim Ausbau im Weinkeller." Das Handwerk des Winzers müsse er zwar erst noch lernen, aber er sehe sich als Landwirt gut gerüstet. Der Weinbau soll in ein paar Jahren zum Einkommen des Hofes beitragen. Bislang setzen die Brinkmanns auf etwas für Niedersachsen Typisches: Sie betreiben eine Schweinezucht. Allerdings hält das Brinkmann nicht für zukunftsträchtig. Nun gehört er zu jenen, die aus Niedersachsen langsam, aber sicher einen Landstrich machen, in dem der Weinanbau in Zukunft noch normaler werden könnte.

Anbaufläche auf 17 Hektar gewachsen

Das Bundesland ist seit 2016 offiziell Weinanbauland. Damals bekam das Land nach einer weinrechtlichen Änderung vom Bund die Anbaurechte. Derzeit wird laut Landvolk auf mehr als 17 Hektar in Niedersachsen Wein angebaut. Drei Jahre zuvor waren es demnach gerade mal 7,5 Hektar. Das nördlichste Weinanbaugebiet liegt übrigens nicht in Niedersachsen. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit einigen Jahren Winzer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.09.2019 | 13:00 Uhr

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