Ein Güterzug fährt am JadeWeserPort ein. © NDR

Wilhelmshaven: Chinesischer Güterzug erreicht JadeWeserPort

Stand: 13.07.2021 19:01 Uhr

Am Dienstagmittag ist erstmalig ein direkter Güterzug aus der chinesischen Provinz Anhui am Wilhelmshavener JadeWeserPort eingetroffen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nahm ihn in Empfang.

"Niedersachsen zeigt mit dieser Verbindung, dass unsere Schieneninfrastruktur als Bestandteil der neuen Seidenstraße fungieren kann", sagte Weil und betonte die mehr als 35 Jahre lange Partnerschaft mit der Provinz Anhui. Um exakt 12.38 Uhr fuhr der Zug in das Güterverkehrszentrum ein. 18 Tage war er unterwegs, 10.000 Kilometer legte er in der Zeit zurück. "Das ist mehr als nur ein Zug, das ist eine Initiative, die ganz viel Ladung hierher bringen soll", sagte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft des JadeWeserPorts, dem NDR in Niedersachsen. Die Verbindung eröffne neue Märkte und gebe Anbietern weitere Chancen, Ladung umzuschlagen und weiteres Personal einzustellen.

100 Standardcontainer auf dem Zug

Laut der Marketinggesellschaft war der Zug nur halb so lange unterwegs wie ein Containerschiff. Derzeit sei der Platz auf Schiffen knapp und teuer, sagte eine Sprecherin. Da sei es gut, wenn man Alternativen habe und auch den Zug anbieten könne. Der Zug kann allerdings nur 100 Standardcontainer transportieren, während ein großes Schiff 23.000 laden kann. Neben Ministerpräsident Weil waren auch Vertreter des Hafens und der Generalkonsul der Volksrepublik China anwesend.

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Zug seit 25. Juni unterwegs

Der Zug, der laut einem Sprecher des niedersächsischen Verkehrsministeriums von einer chinesischen Hafengesellschaft betrieben wird, ist unter anderem mit Containern mit Haushaltsgeräten und Textilien beladen. Er war am 25. Juni in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, gestartet und dann über Kasachstan, Russland, Belarus und Polen Richtung Deutschland gefahren. Das Projekt ist Teil der "Neue Seidenstraßen-Initiative" der Volksrepublik China.

Zielort Wilhelmshaven wirft Fragen auf

Ziel sei es, zwischen Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven und China einen Regelverkehr im Schienengüterverkehr aufzubauen, sagte die Sprecherin der Marketinggesellschaft JadeWeserPort. Warum der Zug bis an die Nordseeküste fährt und nicht beispielsweise am deutlich zentraler gelegenen neuen Güterbahnhof in Lehrte entladen wird, konnte die Sprecherin auf Nachfrage des NDR in Niedersachsen nicht sagen. Der Sprecher des Verkehrsministeriums nannte als mögliche Gründe die gute Anbindung für Containerumschlag und die Ansiedlung von China Logistics in Wilhelmshaven.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.07.2021 | 12:00 Uhr

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