Stand: 01.11.2019 15:03 Uhr

VW-Werk Emden: Auf Stellenabbau folgt Mehrarbeit

Im VW-Werk Emden müssen die Mitarbeiter am Band jetzt Sonderschichten fahren. (Themenbild)

Nach Kurzarbeit und nicht verlängerten Arbeitsverträgen sollen die Mitarbeiter im VW-Werk Emden nun in den kommenden Wochen Sonderschichten fahren. Denn die verbliebenen rund 8.000 Beschäftigten reichen nicht mehr aus, um die geplante Stückzahl von 195.000 Autos bis zum Jahresende zu bauen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die Mitarbeiter an den Produktionsbändern sollen deshalb an sechs Sonnabenden arbeiten. Außerdem verlängert VW die Wochenarbeitszeit von 35 auf 37 Stunden. Emdens IG-Metall-Chef Michael Hehemann spricht von schlimmen Management-Fehlern. "Erst setzt man Mitarbeiter vor die Tür, dann soll der Rest dafür länger ran."

VW spricht von hohem Krankenstand

Der Konzern wiegelt ab: Der Krankenstand sei mit 50 bis 70 Arbeitern pro Tag höher als erwartet, sagte ein Werkssprecher. Daher müsse nun moderat länger gearbeitet werden, um das Jahresziel zu erreichen. Das Werk hatte im Laufe des Jahres 500 befristete Verträge nicht verlängert und angekündigt, fast 20.000 Autos weniger zu bauen als ursprünglich geplant. Doch angesichts der Umstellung hin zu einem reinen Elektroauto-Werk kommen nach Angaben des Betriebsrats und der Gewerkschaft neue Aufgaben hinzu. Außerdem laufe seit dem Sommer ein verbesserter Passat vom Band und für das kommende Jahr sei eine Neuauflage des Arteon geplant.

Betriebsrat hat Sonderschichten zugestimmt

Angesichts dessen hätte das Werk die 500 Mitarbeiter aus Sicht des Betriebsrats und der Gewerkschaft gut gebrauchen können. Weil VW sich bereit erklärt hat, in den kommenden drei Monaten noch einmal über die abgebauten Stellen zu sprechen, hat der Betriebsrat nun nach wochenlangen Verhandlungen den Sonderschichten zugestimmt. Laut VW gilt das Versprechen, die 500 früheren Mitarbeiter zuerst anzusprechen, wenn nachhaltig mehr Arbeitskräfte im Emder Werk gebraucht würden. 180 der ehemaligen Emder Mitarbeiter seien unterdessen bereits bei VW in Kassel und bei Porsche zu VW-Konditionen untergekommen. Der Rest habe auf dem heimischen Arbeitsmarkt eine Stelle gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.11.2019 | 14:00 Uhr

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