Stand: 18.09.2019 21:18 Uhr

Trecker-Demo: Bauern blockieren Braker Hafen

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Mit Treckern blockierten rund 40 Landwirte die Zufahrten zum Braker Hafen.

In Brake im Landkreis Wesermarsch haben Landwirte am Mittwoch für den Klimaschutz demonstriert: Mit sieben Treckern blockierten sie die Zufahrten zum Hafen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtete. Rund 40 Bäuerinnen und Bauern nahmen an der Aktion teil. Sie wollten Deutschlands größten Importhafen für Futtermittel und Getreide lahmlegen und damit gegen Einfuhren von Tierfutter aus Südamerika protestieren. Beteiligt waren die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), unterstützt vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachsen und der Arbeitslosenhilfe Oldenburg (ALSO).

AbL: Klima-Verantwortung "fängt bei uns an"

Anlass sei der bevorstehende "Weltklimastreiktag", hieß es: Die Landwirte unterstützten die Bewegung #FridaysForFuture, sagte die AbL-Bundesvorsitzende Elisabeth Fresen. Die Verantwortung für den Klimawandel "fängt bei uns an", so die Mutterkuhhalterin. "Wir wollen klimaschonenden Ackerbau betreiben und unsere Nutztiere artgerecht halten und klimagerecht füttern." Das verursache den Bauern höhere Kosten - einer der Gründe, warum die Landwirte mit einer klaren Forderung kamen: Die Bundesregierung müsse das geplante EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern stoppen. Denn dadurch werde es den hiesigen Landwirten finanziell schlechter gehen.

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Kritik am "Schnell-und-billig"-Handel

Mercosur steht für den Gemeinsamen Südamerikanischen Markt (Mercado Común del Sur). Dem regionalen Zusammenschluss gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay an. Es könne nicht sein, dass Menschenrechte in Südamerika mit Füßen getreten und Wälder mit Feuern gerodet würden, sagte Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer. Und das nur, um schneller Rindfleisch oder Soja zu produzieren, das dann billig in Deutschland verkauft werde. Die Landwirte fürchten, dass die Preise für ihre Produkte durch das Mercosur-Abkommen in den Keller gehen würden.

Milchbauer: Exportstrategie ist der falsche Weg

Auch die südamerikanischen Milchmärkte sollen mit dem Mercosur-Abkommen für EU-Exporte geöffnet werden, warnte Peter Habbena, Landesteamleiter des BDM Niedersachsen. Seiner Ansicht nach geht die agrarpolitische Strategie der Exportsteigerung in eine falsche Richtung. Die Milchbauern wollten stattdessen einen "gerechten Welthandel und ein Ende des Preisdumpings", so Habbena. "Das Fehlen von sozialen und Qualitätskriterien wie Tier- und Klimaschutz im Mercosur-Abkommen zerstören bäuerliche Existenzen in Europa und in Südamerika und heizen den Klimawandel weiter an", kritisierte er.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2019 | 13:00 Uhr

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