Stand: 02.05.2020 12:19 Uhr

Sturmflutsaison trifft drei Inseln besonders hart

Die Abbruchkante des Strandes auf Wangerooge. © dpa - Bildfunk Foto: Patrik Stollarz
Auf Wangerooge hat eine Serie von Sturmfluten im Februar den Badestrand weggerissen. (Archivbild)

Die zurückliegende Sturmflutsaison ist für die Ostfriesischen Inseln zum Teil verheerend gewesen. Auf allen Inseln sind Dünen abgebrochen und Teile des Strands weggespült worden. Die Schäden habe insbesondere eine ungewöhnliche Kette an Sturmfluten mit Wasserständen von bis zu zwei Metern über dem mittleren Tidehochwasser angerichtet, bilanziert der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zum Ende der Sturmflutsaison. Nun sollen mehr als neun Millionen Euro in Küstenschutzmaßnahmen auf den Ostfriesischen Inseln fließen. Das Geld stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" von Bund und Ländern.

Sanddepot zum Schutz der Schutzdüne

Der NLWKN will die Inseln bis zur kommenden Sturmflutsaison, die im Oktober beginnt, wieder sturmflutsicher machen. Konkreten Handlungsbedarf sieht die Behörde auf Wangerooge, Juist und insbesondere auf Langeoog. Auf Langeoog war 2017 und 2018 bereits der Strand sowie ein Sanddepot zum Schutz der eigentlichen Schutzdüne aufgespült worden. "Diese Maßnahme hat große Teile der eigentlichen Schutzdüne seitdem wirksam vor Erosionen geschützt. Sie hat ihre Funktion voll erfüllt", sagte Frank Thorenz vom NLWKN. Durch die vergangenen Sturmfluten sei der Sand aber auf einer Länge von rund 700 Metern vollständig abgetragen worden. Auch in den übrigen Abschnitten ist das Sanddepot weggespült worden und der Strand ist kleiner geworden.

700.000 Kubikmeter Sand für Langeoog

Um diesen Verlust auszugleichen, sollen ab dem Frühsommer mehr als 700.000 Kubikmeter Sand aufgespült werden - auf einer Länge von knapp zwei Kilometern. Der Sand soll aus einer vor Langeoog verlaufenden Fahrrinne entnommen werden. Laut NLWKN soll die Strandaufspülung im Frühsommer beginnen und im September abgeschlossen werden.

Wangerooge richtet Badestrand aus eigenen Mitteln her

Auch auf Wangerooge haben die Sturmfluten ein vorgelagertes Sanddepot im Bereich der Nordostdünen in großen Teilen abgetragen. Rund 30.000 Kubikmeter Sand sind laut NLWKN erforderlich, um die Dünen zu schützen. Der Sand soll auf einer Länge von rund 600 Metern aufgespült werden. Gewonnen werden soll er im Osten der Insel, die Aufschüttung ist noch für Mai geplant. Am Hauptstrand, der durch eine Sturmflutserie im Februar fast komplett weggespült worden war, lässt die Wangerooger Kurverwaltung auf eigene Kosten Sand aufschütten. Laut Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos) wird in der Corona-Krise allerdings weniger Sand verteilt, als geplant. Denn durch den fehlenden Tourismus blieben auch die Einnahmen aus.

Juist: Lücke in Düne wird geschlossen

Auf Juist haben die Sturmfluten eine Lücke in die Dünen gerissen, die der NLWKN wieder schließen will. Rund 15.000 Kubikmeter Sand sollen die vorhandene Schutzdüne verstärken und die Lücke schließen. Anschließend soll die Düne mit Strandhafer bepflanzt werden. Dieser trägt zur Stabilität des sensiblen Naturraums bei. Die Arbeiten sollen laut NLWKN im Sommer nach der Brutzeit beginnen und bis zum Herbst beendet sein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.05.2020 | 11:00 Uhr

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