Seepferdchen im Wattenmeer: Wissenschaftler bitten um Hilfe

Stand: 27.12.2022 21:11 Uhr

In diesem Jahr sind so viele Seepferdchen wie noch nie an der Nordseeküste angespült worden. Wissenschaftler sind im Wattenmeer nun auf den Spuren der seltenen Tiere.

Strandbesuchende sollen helfen, zu Wissen über die Arten beizutragen. Dazu haben der Nationalpark Wattenmeer, das Landesmuseum Natur und Mensch und das Thünen-Institut für Seefischerei eine sogenannte Citizen-Science-Aktion ins Leben gerufen. Mitmachen sei einfach, heißt es. Passantinnen und Passanten sollen gefundene Seepferdchen fotografieren und die Bilder mit zusätzlichen Angaben auf der Seite www.beachexplorer.org hochladen. Es biete sich bei den Fotografien an, eine Münze zum Größenvergleich neben die toten Seepferdchen zu legen. Die toten Tiere sollen dann in Nationalpark-Häusern abgegeben werden, damit Wissenschaftler die Kadaver untersuchen können.

Kommen Seepferdchen aus dem Ärmelkanal?

Die Aktion ist für die Forschenden wichtig, weil weitestgehend unklar ist, woher die Tiere kommen und um welche Arten es sich handelt. "Wir wissen viel zu wenig über die Situation der Seepferdchen im Wattenmeer", sagte Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerbüros. Um diese besonderen Fische besser schützen zu können, bedarf es einer Vielzahl an Informationen. Der Meeresbiologe Hermann Neumann vom Thünen-Institut in Bremerhaven vermutet, dass eine große Zahl der Seepferdchen aus dem Ärmelkanal an die Nordseeküste gekommen ist. Es sei spannend zu beobachten, ob sich die Arten im Wattenmeer wohlfühlen und dauerhaft ansiedeln.

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