Stand: 15.12.2018 08:49 Uhr

Schlachthofmitarbeiter an Tuberkulose gestorben

Ein Arbeiter auf einem Schlachthof in Emstek (Landkreis Cloppenburg) ist an Tuberkulose (TBC) gestorben. Dies hat der Landkreis dem NDR bestätigt. Zwei weitere Mitarbeiter des Betriebes seien ebenfalls erkrankt. Alle drei Fälle seien bereits vor mehreren Monaten, im September und Oktober, gemeldet worden. Weitere TBC-Fälle gebe es auch an einem Schlachthof in Essen (Landkreis Cloppenburg). Dabei handele es sich um vier Leiharbeiter, die im Landkreis Osnabrück wohnen und sich in diesem Jahr mit der Lungenkrankenheit infiziert haben.

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Schlachthofmitarbeiter stirbt an Tuberkulose

Hallo Niedersachsen -

Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs in Emstek sind an Tuberkulose erkrankt, einer ist bereits gestorben. Auch an einem Hof im Landkreis Cloppenburg wurden Fälle gemeldet.

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Erster TBC-Fall Anfang des Jahres

Die Krankheit sei nicht hochansteckend, sagte eine Landkreis-Sprecherin NDR 1 Niedersachsen. Die Betroffenen hätten sich auch nicht gegenseitig infiziert. Dafür spreche, dass alle unterschiedliche Bakterienstämme hatten. Wo sich die Erkrankten infiziert haben, sei unklar. Bereits Anfang des Jahres war ein Mitarbeiter des Unternehmens in Emstek an TBC erkrankt. Dieser sei als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden und direkt nach Rumänien ausgereist, so die Sprecherin. Auch bei den drei aktuellen TBC-Fällen in Emstek soll es sich um rumänische Schlachthof-Mitarbeiter handeln, wie die "Münsterländische Tageszeitung" (Freitag) berichtet.

55 weitere TBC-Fälle im Umfeld

In der Folge der aktuellen TBC-Fälle hat das Gesundheitsamt inzwischen 96 Menschen aus dem Umfeld der Erkrankten untersucht. Bei 55 Menschen seien Antikörper nachgewiesen worden. Bei zwölf stehe der Befund noch aus, hieß es. Das bedeute aber nicht, dass die Menschen auch an TBC erkranken, sagte die Sprecherin. Die Betroffenen würden in der kommenden Woche von einem Facharzt untersucht werden und, "sofern erforderlich, weiter betreut", hieß es.

Keine weiteren Fälle in Osnabrück

Im Landkreis Osnabrück wurden im Fall der vier dortigen TBC-Fälle 115 Kontaktpersonen untersucht. Eine weiterer Fall von ansteckenden Tuberkulose sei dabei nicht gefunden worden, teilte der Landkreis NDR 1 Niedersachsen mit.

Landkreis: Keine Ansteckungsgefahr über das Fleisch

Eine Ansteckungsgefahr über das Fleisch schließt der Landkreis Cloppenburg aus. Von dem Fleisch gehe nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen "kein Infektionsrisiko aus", so die Sprecherin. Der Landkreis verweist dazu unter anderem auf die Form der Übertragung, die meist von Mensch zu Mensch verlaufe. Eine Verbreitung der Infektion über Fleisch habe es bislang noch nicht gegeben. Zur Erhöhung der Produktsicherheit habe der betroffene Betrieb zudem angeordnet, dass nun alle Mitarbeiter sogenannte Astrohauben tragen müssen. Die auch in Laboren eingesetzte Schutzkleidung umgibt den gesamten Kopf.

Was ist Tuberkulose und wie steckt man sich an?

  • Rund ein Drittel der Weltbevölkerung soll mit Tuberkulose-Erregern infiziert sein. Eine Tuberkulose-Infektion führt nur in etwa zehn Prozent der Fälle zu einer Erkrankung. In der Regel trifft dies Menschen, deren Immunabwehr gestört ist.
  • Übertragen wird TBC meist durch winzige Tröpfchen. Eine Ansteckung ist nur über engen körperlichen Kontakt möglich. Bei einer offenen Tuberkulose geschieht das Anstecken vor allem über Husten und Niesen.
  • Die Krankheit hat keine typischen Symptome. Betroffene verspüren eher allgemeine Beschwerden wie Husten, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und vermehrte Schweißbildung. Falls solche Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen

Abenteuer Diagnose: Tuberkulose

Die Tuberkulose kommt auch heutzutage noch in Deutschland vor. Sie wird beim Husten per Tröpfchen-Infektion übertragen. Nicht immer hilft eine Therapie mit Antibiotika. (11.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.12.2018 | 08:00 Uhr

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