Stand: 12.12.2017 15:37 Uhr

Riesiges Heckteil der "AIDAnova" ausgedockt

Das 120 mal 42 Meter große Heckteil der "AIDAnova" ist auf der Meyer Werft ausgedockt worden.

Ein gigantisches Schiffsmodul hat das Baudock der Papenburger Meyer Werft verlassen. 120 Meter lang, 42 Meter breit und 19 Decks hoch ist das Heckteil des Kreuzfahrtschiffs "AIDAnova". Es wurde am Montagnachmittag an den Ausrüstungskai der Werft verholt, um im Baudock Platz für ein weiteres Riesen-Bauteil zu schaffen: Von der Neptun Werft in Rostock kommt das Maschinenraum-Modul der "AIDAnova" - ebenfalls 120 Meter lang und 42 Meter breit. Das Modul ist derzeit vier Decks hoch.

Weltweit erstes Kreuzfahrtschiff mit LNG-Antrieb

"Bis Ende Februar 2018 wird dieses zweite Modul in der Baudockhalle bis Deck 20 aufgebaut", teilte die Reederei AIDA Cruises mit. In dem Bauteil befinden sich drei sogenannte LNG-Tanks, die mit Flüssigerdgas befüllt sind - LNG steht für Liquefied Natural Gas. Die "AIDAnova" soll das weltweit erste Kreuzfahrtschiff sein, das im Hafen und auf See mit dieser Technologie betrieben werden kann. Die LNG-Tanks sollen so dimensioniert sein, dass sie für eine bis etwa zwei Wochen dauernde Fahrt reichen. Dem Unternehmen zufolge ist diese Technik das Ergebnis einer zehnjährigen Entwicklungsarbeit. "Es ist ein konsequenter Weg, unseren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren", so AIDA-Präsident Felix Eichhorn.

Emissionen könnten um bis zu 90 Prozent sinken

Derzeit sind in der Schifffahrt 80 bis 85 Prozent des Treibstoffs hoch schwefelhaltig. Mit dem Flüssigerdgas LNG könnten die Emissionen Schätzungen zufolge um bis zu 90 Prozent sinken. Nach Ansicht des Deutschen Naturschutzbunds NABU ein Schritt in die richtige Richtung - dennoch könne der Umstieg auf fossiles Gas beim Schiffsantrieb nur eine Übergangstechnologie sein.

Schiff kann auch mit Diesel fahren

Gänzlich auf Dieselkraftstoff verzichtet die "AIDAnova" übrigens nicht: Die "Dual-Fuel"-Motoren können auch über Diesel laufen, ein mehr als 1.000 Kubikmeter fassender Dieseltank ist ebenfalls verbaut. Günther Kolbe, Sprecher der Meyer Werft, betont, dass es sich dabei um eine Reserve handele, etwa für den Fall, dass das Flüssigerdgas auf See ausgeht. Zudem werde kein Schweröl, sondern Marinedieselöl verwendet, welches schadstoffärmer verbrenne. "Das darf auch in der Ostsee benutzt werden", sagte Kolbe.

Aufträge für neun LNG-Kreuzfahrtschiffe

Die Meyer Werft baut bereits seit zehn Jahren für AIDA Cruises. Sieben Schiffe hat das Unternehmen zwischen 2007 und 2013 an die Reederei ausgeliefert. Zwei weitere gab AIDA anschließend bei der japanischen Werft Mitsubishi Heavy Industries in Auftrag, bis sie 2017 zur Meyer Werft zurückkehrte. Die Werft hat nach eigenen Angaben insgesamt Aufträge für neun LNG-betriebene Kreuzfahrtschiffe in den Büchern, darunter ein Schwesterschiff der "AIDAnova". Drei davon werden in Papenburg gebaut, die anderen sechs bei Meyer Turku in Finnland.

Die "AIDAnova" soll in einem Jahr bei ihrer ersten Kreuzfahrt von Hamburg aus Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen.

Weitere Informationen

Schiffsmodul für "Aidanova" geht auf die Reise

Als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit soll die "AIDAnova" mit dem Flüssigerdgas LNG betrieben werden. Die Maschinenraum-Module kommen aus Warnemünde. (02.12.2017) mehr

Die schönsten Schiffe der Meyer Werft

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 01.12.2017 | 19:30 Uhr

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