Stand: 13.05.2020 13:12 Uhr

Ostfriesische Inseln: Tourismus läuft langsam an

Eine Fähre verlässt den Hafen auf dem Weg nach Norderney. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt
Auf Norderney gibt es für Besucher einen Mindestaufenthalt von einer Woche. (Themenbild)

Nach wochenlangem Corona-Stillstand kommt der Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln langsam wieder in Gang. Seit Montag sind die Inseln für Gäste, die in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder auf Campingplätzen übernachten, wieder geöffnet. Es gelten laut der neuen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einige verschärfte Vorgaben für die Vermietung von Unterkünften.

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Ferienwohnungen dürfen nur alle sieben Tage neu vermietet werden

Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Campingplätzen sind mit einer sogenannte Wiederbelegungsfrist belegt. Diese sieht vor, dass eine Unterkunft nur alle sieben Tage neu belegt werden darf. Für Urlauber gilt: Anders als auf dem Festland müssen sie Feriendomizile für mindestens eine Woche mieten. Bleibt ein Gast nur vier Tage, muss die Wohnung laut Verordnung drei Tage leer stehen, bevor der nächste Gast anreisen darf.

Tagesgäste auf allen Inseln noch tabu

Den Landkreisen ist es derweil überlassen, ob sie Tagestouristen zulassen. Diese haben sich vorerst dagegen entschieden. Langeoogs Bürgermeisterin Horn begründet das mit der hohen Fluktuation und damit, dass mögliche Infektionswege nicht nachvollzogen werden könnten. Außerdem denkt sie an die Regelungen für die Gastronomiebetriebe, die wegen der Abstandsregeln nur bis zu 50 Prozent ausgelastet sein dürfen. "Wie sollen wir denn am Ende 13.000 Menschen auf einmal versorgen", so Horn. Denn so viele Gäste hielten sich in der Hochsaison normalerweise an einem Tag auf Langeoog auf.

Norderney: Besuch für mindestens eine Woche

Norderney erlaubt den Besuch nur für einen Mindestaufenthalt von einer Woche. In einem offenen Brief an die Inselbewohner und Gäste erläutert Bürgermeister Frank Ulrichs (SPD) auf der Internetseite der Stadt den Hintergrund dieser Regelung: "Aufgrund des epidemiologisch nicht unbedenklichen Wochenend- und Clubtourismus, der üblicherweise in dieser Zeit stattfindet, sowie der im Zweifel notwendigen Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten hat man sich für einen Mindestaufenthalt von einer Woche entschieden." Es sei ihm klar, dass eine solche Regelung auf viele Irritationen, einigen Unmut, aber auch auf viel Verständnis stoßen werde. In jedem Fall bedeute es jede Menge Arbeit und Erklärungsversuche den Gästen gegenüber. "Es handelt sich um eine landesrechtliche Verordnung, die wir grundsätzlich einzuhalten und umzusetzen haben", wie Ulrichs auf der Homepage zitiert wird.

Langeoog und Baltrum erlauben kürzeren Urlaub

So müssen Gäste auf der Insel Langeoog laut Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) nicht unbedingt eine Woche bleiben, sondern nur für diese Zeit ihr Domizil buchen. Schließlich gehe es darum, dass die Fluktuation eingeschränkt wird, sagte Horn. Gleiches gilt für die Insel Baltrum. Es gehe darum, den Fluss an Gästen zu reduzieren, sagte der stellvertretende Bürgermeister Uwe Friedrich im Gespräch mit NDR.de. Dieses Ziel werde erreicht, wenn eine Ferienwohnung innerhalb einer Woche nicht neu vermietet werde - auch wenn die Gäste schon früher abreisen.

Besucher werden auf Fähren kontrolliert

Laut Horn wird auf den Fähren kontrolliert, dass nur berechtigte Besucher auf die Inseln kommen. Erst- und Zweitwohnungsbesitzer müssten sich ausweisen, Mieter von Ferienwohnungen müssten die Buchungsbestätigung vorlegen und wer seine Familie auf der Insel besucht, müsse die Verwandtschaft nachweisen. Alle Inseln gehen nach Angaben der Touristikgesellschaft Ostfriesische Inseln von einer guten Auslastung sowohl über Pfingsten als auch im Sommer aus. Ab dem 25. Mai sollen auch Hotels nach den Plänen der Landesregierung unter Einschränkungen wieder öffnen dürfen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.05.2020 | 06:00 Uhr

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