In der Lloyd Werft Bremerhaven wird an einer Jacht gebaut. © picture-alliance Foto: Sina Schuldt

Nach MV-Werften: Lloyd-Werft Bremerhaven meldet Insolvenz an

Stand: 10.01.2022 15:59 Uhr

Am Montag haben die angeschlagenen MV-Werften Insolvenz angekündigt. Das hat auch Auswirkungen auf Bremerhaven: Dort ist jetzt die Lloyd-Werft zahlungsunfähig.

Das Amtsgericht Bremerhaven hat auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass ein entsprechender Antrag eingegangen ist. Betroffen sind laut Gewerkschaft IG Metall rund 300 Beschäftigte und Auszubildende. Bremerhavens IG Metall-Chefin Doreen Arnold bezeichnete die Nachricht als schockierend.

IG Metall hofft auf Perspektiven für den Standort

Die Bemühungen der letzten Tage seien vergeblich gewesen, der Schritt zum Amtsgericht unumgänglich. Für die Lloyd-Werft gebe es seit langem Kaufinteressenten. Arnold hofft, dass diese Möglichkeiten entsprechend geprüft werden und der Standort eine Perspektive habe. Das Bremerhavener Stahlbauunternehmen Rönner hatte bereits Interesse an der Werft bekundet. Dem Vernehmen nach gibt es auch Interessenten aus dem Ausland.

Das Amtsgericht hat den Hamburger Rechtsanwalt Per Hendrik Heerma für die 1857 gegründete Lloyd-Werft als Insolvenzverwalter eingesetzt. Heerma hatte in den vergangenen Jahren die Elsflether Werft abgewickelt, die sich mit der Sanierung der "Gorch Fock" übernommen hatte.

Gespräche mit Genting am Wochenende gescheitert

In Mecklenburg-Vorpommern sind 1.900 Jobs bedroht. Die Kreuzfahrtsparte des Genting-Konzerns, dem die Lloyd-Werft und die MV-Werften gehören, war infolge der Corona-Pandemie in Schieflage geraten. Die Finanzierung des zu 75 Prozent fertiggestellten, 1,5 Milliarden Euro teuren Kreuzfahrschiff-Projekts "Global Dream" in den MV-Werften war nicht mehr abgesichert. Verhandlungen zwischen Genting auf der einen und Bund und Land auf der anderen Seite scheiterten offenbar am Wochenende.

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