Stand: 12.11.2018 14:06 Uhr

Mord ohne Leiche: Freispruch gefordert

Bild vergrößern
Akten im Prozess ohne Leiche: Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft plädieren auf Freispruch für den Angeklagten.

Im Mordprozess gegen einen 58-Jährigen vor dem Bremer Landgericht haben am Mittag Staatsanwaltschaft und Verteidigung für Freispruch plädiert. Der Mann ist angeklagt, seine 1993 verschwundene Freundin Jutta Fuchs aus niederen Beweggründen umgebracht zu haben. Eine Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Umfangreiche Ermittlungen am Tietjensee bei Schwanewede förderten in den vergangenen Wochen keine Beweise zutage. Es sei nach der Hauptverhandlung nicht ausgeschlossen, dass ein Dritter die damals 29-Jährige getötet und ihre Leiche versteckt habe, so der Staatsanwalt. Die Verteidigung kritisierte die Polizeiarbeit: "Es wurde oberflächlich oder gar nicht ermittelt.".

Polizei sah in Trennung starkes Motiv des Verdächtigen

Die Polizei verdächtigte Wolfgang O., die Mutter des gemeinsamen Sohnes umgebracht zu haben, weil sie sich trennen und in eine eigene Wohnung ziehen wollte. Jutta Fuchs verschwand am 26. Juni 1993. Am Folgetag fand ein Autofahrer auf einem Parkplatz an der A27 ihre Handtasche mit durchnässten Dokumenten. Ein Jahr später zog ein Angler einen Plastikbeutel mit persönlichen Gegenständen des Opfers, unter anderem dem Verlobungsring, in einer Plastiktüte verpackt aus dem Tietjensee. Es gab Indizien für die Annahme, der heute 58-Jährige habe Fuchs umgebracht. Beweise fanden die Ermittler nicht. Das Verfahren wurde dennoch eröffnet. Im August 2018 begann der Prozess gegen O., der inzwischen seit Jahren im Ausland lebt und seine Unschuld beteuert.

Videos
01:58
Hallo Niedersachsen

Mordermittlungen im Tietjensee enden ohne Fund

Hallo Niedersachsen

Um den 23 Jahre alten mutmaßlichen Mord an Jutta Fuchs aufzuklären, haben Bremer Ermittler den Tietjensee bei Schwanewede leer gepumpt - ihre Leiche fanden sie nicht. Video (01:58 min)

Gericht ließ 35 Millionen Liter Wasser aus Tietjensee pumpen - ohne Erfolg

Im Verlauf des Prozesses ordnete das Landgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft an, den Tietjensee leer zu pumpen. Ermittler versprachen sich auch aufgrund des Fundes von 1994 weitere Hinweise zum Verbleib der Leiche von Jutta Fuchs. Feuerwehr und THW bewegten mehr als 35 Millionen Liter Wasser, rund eine halbe Tonne Fisch wurde gefangen und umgesetzt - fündig wurden die Fahnder nicht. Vor einer Woche teilte der Einsatzleiter vor Gericht mit, dass bei der Suche nichts Prozessrelevantes gefunden worden sei. Das Urteil wird am 20. November erwartet.

Weitere Informationen

Tietjensee: Keine Beweise für Mord gefunden

Nun ist klar: Die Polizei hat keine Beweise für den mutmaßlichen Mord an Jutta Fuchs auf dem Grund des Tietjensees gefunden. Ermittler hatten für die Suche den kompletten See leergepumpt. (6. November 2018) mehr

Vermisste Jutta Fuchs: Suche im Tietjensee beendet

Um Hinweise im Fall der seit 1993 verschwundenen Jutta Fuchs zu erhalten, wurde ein See bei Schwanewede leergepumpt. Nun wird er wieder gefüllt. Ob etwas gefunden wurde, ist unklar. (3. November 2018) mehr

Mord ohne Leiche: Tietjensee wird leergepumpt

Auf der Suche nach Spuren der verschwundenen Jutta Fuchs lässt die Staatsanwaltschaft den Tietjensee in Schwanewede leer pumpen. Die Frau wurde vermutlich vor 25 Jahren getötet. (25. September 2018) mehr

Trauerkerzen stehen vor einem Bild der Vermissten Silvia und Miriam Schulze.

Morde ohne Leichen: Beispiele aus Niedersachsen

Hallo Niedersachsen -

Bei der Polizei in Niedersachsen sind 26 Vermisstenfälle bekannt, bei denen von einem Tötungsdelikt ausgegangen wird - die mutmaßlichen Opfer erlangen oft traurige Prominenz.

2,67 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.11.2018 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:24
Niedersachsen 18.00
03:34
Hallo Niedersachsen
03:36
Hallo Niedersachsen