Stand: 22.01.2020 15:30 Uhr

Meteorit über dem Nordwesten? Uni sucht Zeugen

Eine Google Earth Karte zeigt die Flugbahn eines Feuerballs. © Uni Oldenburg
Die Flugbahn des Feuerballs ist hier deutlich zu erkennen.

Augenzeugen gesucht - aber nicht von der Polizei, sondern von der Universität: Die Wissenschaftler hoffen auf Hinweise zu einer hellen Feuerkugel, die am vergangenen Sonnabend über Nordwestdeutschland geleuchtet hat. Möglicherweise, so die Forscher, habe es sich bei dem Phänomen um einen Meteoritenfall gehandelt. Durch die Zeugenhinweise soll der eventuelle Ort des Einschlags eingegrenzt werden, sagte der Leiter der Abteilung für Medizinische Strahlenphysik, Björn Poppe. Es sei möglich, dass ein kleiner Teil des Objekts den Sturz auf die Erde überstanden hat.

Ist Meteorit komplett verdampft?

"Wir untersuchen derzeit noch, ob tatsächlich Teile des Meteors am Erdboden zu finden sein könnten oder ob er komplett verdampft ist", so Poppe. Der Uni zufolge ereignete sich das Naturphänomen gegen 17.44 Uhr. Die Physiker hielten es mit einer speziellen Kamera fest, die permanent den gesamten Himmel im Blick hat. "Die Feuerkugel - eine besonders helle Sternschnuppe - wurde von einem etwa 30 Kilogramm schweren extraterrestrischen Objekt erzeugt", so Poppe weiter. Die Sternschnuppe sei von Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) bis Friesoythe (Landkreis Cloppenburg) über das Firmament gezogen.

Mit 45.000 Kilometer pro Stunde auf dem Weg zur Erde

Die Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass der Meteor mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 45.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingetreten sein muss. Die Lufthülle bremste das Objekt dann auf etwa 15.000 Kilometer pro Stunde ab. Sie gehen davon aus, dass es noch in der Atmosphäre explodierte. Auch eine wissenschaftliche Kamera in Denekamp (Niederlande) habe das Naturereignis aufgezeichnet, teilte die Universität weiter mit.

Immer wieder Himmelskörper rund um Oldenburg

Augenzeugen können ihre Beobachtungen unter www.vsw.imo.net online eingeben oder sich unter (0441) 229 18 28 per Telefon melden. In der Region um Oldenburg sind schon mehrfach Himmelskörper niedergegangen: In Benthullen bei Wardenburg wurde 1949 der bislang größte Steinmeteorit Deutschlands gefunden. Fast zwanzig Jahre zuvor, 1930, tauchten dazu zwei Bruchstücke des sogenannten Oldenburg-Meteoriten auf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.01.2020 | 17:00 Uhr

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